geschwollene pfoten beim hund: Ursachen, Behandlung & Tipps

Wenn Sie bei Ihrem Hund eine geschwollene Pfote bemerken, schrillen bei den meisten Besitzern sofort die Alarmglocken. Das ist auch gut so, denn eine Schwellung ist immer ein klares Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Oft steckt nur eine Kleinigkeit dahinter, wie ein Mückenstich oder eine winzige Schnittwunde. Manchmal kann es aber auch auf etwas Ernsteres hindeuten. Das Wichtigste ist: Ignorieren Sie es niemals und finden Sie die Ursache heraus.

Was eine geschwollene Pfote bei Ihrem Hund bedeutet

Ein Hund mit einer verbundenen, geschwollenen Pfote liegt auf dem Boden.

Der Anblick ist natürlich beunruhigend. Aber bevor Sie in Panik verfallen, atmen Sie einmal tief durch. Eine Schwellung ist keine Krankheit für sich, sondern immer nur ein Symptom – ein äußeres Signal, dass im Körper Ihres Vierbeiners gerade etwas abläuft.

Stellen Sie es sich am besten wie die Warnleuchte im Armaturenbrett Ihres Autos vor. Wenn sie aufleuchtet, wissen Sie, dass Sie nachsehen müssen. Vielleicht ist es nur der lose Tankdeckel, vielleicht aber auch ein echtes Motorproblem. Ganz ähnlich verhält es sich mit einer dicken Hundepfote.

Ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen

Die Liste der potenziellen Auslöser ist lang und reicht von völlig harmlos bis hin zu wirklich besorgniserregend. Wenn Sie die häufigsten Gründe kennen, können Sie die Lage oft schon viel besser einschätzen:

  • Lokale Reaktionen: Das sind die „Klassiker“. Ein Bienenstich beim Toben auf der Wiese, ein fieser Dorn, ein kleiner Glassplitter, eine Schnittwunde vom Spaziergang oder eine allergische Reaktion auf bestimmte Gräser. Meist ist nur eine Pfote betroffen.
  • Verletzungen: Einmal falsch aufgetreten, und schon ist es passiert. Eine Verstauchung, ein gezerrtes Band oder sogar ein gebrochener Zeh führen fast immer zu einer schnellen und schmerzhaften Schwellung.
  • Infektionen: Schon durch die kleinste, unscheinbare Wunde können Bakterien eindringen und eine üble Entzündung oder einen Abszess verursachen. Diese Schwellungen fühlen sich oft warm an und sind sehr druckempfindlich.
  • Systemische Erkrankungen: In selteneren Fällen ist die geschwollene Pfote nur die Spitze des Eisbergs. Sie kann auf ernste innere Probleme hindeuten, etwa eine Herz- oder Nierenschwäche, die zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im ganzen Körper führt.

Man muss verstehen: Die Schwellung an sich ist eine natürliche Abwehrreaktion. Der Körper schleust vermehrt Flüssigkeit ins Gewebe, um einen Fremdkörper auszuspülen, eine Infektion zu bekämpfen oder eine Heilung einzuleiten.

Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, die Zeichen richtig zu deuten und die nächsten Schritte zu planen. Er nimmt Ihnen die erste Unsicherheit und gibt Ihnen eine klare Orientierung, damit Sie die beste Entscheidung für die Gesundheit Ihres treuen Begleiters treffen können.

Häufige Ursachen für geschwollene Hundepfoten

Ein Hund leckt sich sorgfältig seine Pfote, was auf eine mögliche Reizung oder einen Fremdkörper hindeutet.

Wenn die Pfote Ihres Hundes plötzlich dick wird, ist das erstmal ein Schreck. Doch um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen, müssen wir verstehen, was dahinterstecken kann. Die Pfote ist ein kleines Wunderwerk aus Knochen, Sehnen, Bändern und empfindlichen Ballen – und genau diese Komplexität macht sie anfällig für allerlei Probleme. Die Auslöser sind dabei so vielfältig wie das Hundeleben selbst.

Stellen Sie sich die Schwellung einfach wie ein Alarmsignal vor. Es zeigt uns deutlich, dass etwas nicht stimmt, verrät aber noch nicht, was genau los ist. Unsere Aufgabe als Hundebesitzer ist es, die Hinweise richtig zu deuten und die wahrscheinlichsten „Verdächtigen“ einzugrenzen.

Traumatische Verletzungen: Der Klassiker unter den Ursachen

Meistens ist die Sache ganz einfach: eine Verletzung. Hunde toben, springen und buddeln – da bleibt ein Missgeschick nicht aus. Eine traumatische Verletzung erkennen Sie oft daran, dass die Schwellung ganz plötzlich auftritt und fast immer nur eine einzige Pfote betrifft.

Hier sind die häufigsten Szenarien aus dem Hundealltag:

  • Schnitt- und Stichwunden: Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert – der Tritt in eine Glasscherbe, ein spitzer Stein auf dem Waldweg oder ein fieser Dorn. Die Wunde selbst ist oft winzig und kaum zu sehen, doch die Reaktion des Körpers lässt nicht lange auf sich warten.
  • Verstauchungen und Zerrungen: Ein unglücklicher Sprung vom Sofa, ein falscher Tritt im Eifer des Gefechts – schon sind Bänder oder Sehnen überdehnt. Die Folge ist eine schmerzhafte Schwellung, die fast immer von deutlichem Humpeln begleitet wird.
  • Knochenbrüche: Bei einem heftigeren Trauma, etwa einem Unfall, kann auch mal ein Zehenknochen brechen. Das führt zu einer extremen, sehr schmerzhaften Schwellung, und der Hund wird die Pfote gar nicht mehr belasten.
  • Krallenverletzungen: Eine eingerissene oder abgerissene Kralle ist eine blutige und schmerzhafte Angelegenheit. Die Schwellung konzentriert sich dann meist auf den betroffenen Zeh.

Wenn Ihr Hund also plötzlich die Pfote schont und bei Berührung aufjault, ist eine Verletzung der wahrscheinlichste Grund.

Infektionen: Wenn kleine Wunden große Probleme machen

Jede noch so winzige Schramme an der Pfote ist wie eine offene Tür für Bakterien und andere Keime. Dringen sie ins Gewebe ein, startet das Immunsystem sofort die Verteidigung: eine Entzündung. Und diese Abwehrreaktion ist genau das, was wir als geschwollene Pfote beim Hund sehen.

Eine Infektion ist im Grunde ein Kampf auf mikroskopischer Ebene. Die Schwellung, Wärme und Rötung sind die sichtbaren Zeichen dieses Kampfes zwischen den Abwehrzellen des Körpers und den eingedrungenen Bakterien.

Manchmal kapselt der Körper den Kampfherd ein und es entsteht ein Abszess – eine schmerzhafte Eiterbeule. Diese fühlt sich oft warm und weich an und muss fast immer vom Tierarzt geöffnet und gespült werden.

Aber nicht nur Bakterien sind Übeltäter. Auch Pilze, allen voran Hefepilze, lieben das feucht-warme Klima zwischen den Zehen. Sie führen zu starkem Juckreiz, Rötungen und oft einem typisch muffigen Geruch. Das ständige Lecken des Hundes reizt die Haut dann zusätzlich und verschlimmert die Schwellung.

Allergische Reaktionen und Insektenstiche

Manchmal ist der Feind unsichtbar und kommt nicht von außen, sondern von innen: eine Überreaktion des Immunsystems. Allergien sind bei Hunden ein riesiges Thema, und die Pfoten sind eine der Hauptbühnen für die Symptome.

  • Kontaktallergien: Bestimmte Gräser, Pollen, aber auch Streusalz im Winter oder aggressive Putzmittel können bei direktem Kontakt eine heftige Hautreaktion an den Pfoten auslösen.
  • Futtermittelallergien: Unverträglichkeiten im Futter äußern sich oft durch quälenden Juckreiz am ganzen Körper, besonders aber an den Pfoten. Der Hund knabbert und leckt wie besessen, was unweigerlich zu wunden, geschwollenen Ballen führt.
  • Insektenstiche: Ein Bienen- oder Wespenstich ist schnell passiert und führt zu einer sofortigen, prallen und schmerzhaften Schwellung. Meist ist das harmlos, doch bei Allergikern ist Vorsicht geboten.

Ein starkes Indiz für eine allergische Ursache ist, wenn der Hund unaufhörlich an seinen Pfoten leckt und oft alle vier Pfoten gleichzeitig betroffen sind.

Pododermatitis und fiese Fremdkörper

Manchmal ist die Ursache komplexer. Die Pododermatitis ist so ein Fall – eine hartnäckige Entzündung der Pfotenhaut. Sie ist keine eigene Krankheit, sondern eher ein Sammelbegriff für Symptome, die durch Allergien, Infektionen oder sogar Stress ausgelöst werden können.

Nicht zu unterschätzen sind auch kleine Fremdkörper. Eine fiese Granne, ein kleiner Holzsplitter oder ein Dorn bohrt sich unbemerkt zwischen die Zehen. Der Körper reagiert auf den Eindringling mit einer lokalen Entzündung und Eiterbildung, was zu einer klar begrenzten, schmerzhaften Schwellung führt. Meist leckt der Hund dann obsessiv an einer ganz bestimmten Stelle. Diese vielfältigen Entzündungsprozesse sind ein zentrales Thema in der Hundegesundheit, über das Sie in unserem Artikel zu Entzündungen beim Hund mehr lesen können.


Um Ihnen eine schnelle erste Einschätzung zu ermöglichen, haben wir die häufigsten Ursachen in einer Tabelle zusammengefasst.

Ursachen für geschwollene Pfoten auf einen Blick

Diese Tabelle fasst die häufigsten Ursachen für geschwollene Pfoten zusammen und listet typische Anzeichen sowie den Grad der Dringlichkeit auf, um Hundebesitzern eine schnelle Orientierungshilfe zu bieten.

Ursache Typische Anzeichen Dringlichkeit
Verletzung Plötzliches Humpeln, Schmerz, Lecken, evtl. sichtbare Wunde Mittel bis Hoch: Bei starken Schmerzen oder offener Wunde sofort zum Tierarzt.
Infektion/Abszess Rötung, Wärme, Schmerz, evtl. Eiteraustritt, oft Fieber Hoch: Infektionen können sich schnell ausbreiten.
Allergie Juckreiz, Knabbern, Rötung, oft an allen vier Pfoten Niedrig bis Mittel: Beobachten, bei Verschlimmerung zum Tierarzt.
Insektenstich Plötzliche, starke Schwellung an einer Stelle, Schmerz Mittel: Meist selbstlimitierend. Bei Atemnot oder allerg. Schock sofort zum Notdienst!
Fremdkörper Intensives Lecken an einer Stelle, Schwellung zwischen den Zehen Hoch: Muss meist vom Tierarzt entfernt werden, um Infektionen zu vermeiden.

Diese Übersicht soll als erste Hilfe dienen, ersetzt aber natürlich keine professionelle Diagnose durch einen Tierarzt.

Wenn die Ursache tiefer liegt

Nicht jede geschwollene Pfote beim Hund ist so harmlos, wie sie auf den ersten Blick scheint. Klar, oft ist es nur ein Insektenstich oder eine kleine Blessur. Aber manchmal ist die Schwellung nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs – ein Alarmsignal des Körpers für ein Problem, das ganz woanders sitzt. Die Pfote wird dann zum Frühwarnsystem.

Man kann sich den Körper des Hundes wie ein fein abgestimmtes Hydrauliksystem vorstellen. Herz und Nieren sind dabei die zentralen Pumpen und Filter, die den Flüssigkeitshaushalt in Balance halten. Kommt dieses empfindliche System aus dem Takt, zeigt sich das oft zuerst an den am tiefsten gelegenen Stellen des Körpers.

Wenn der Körper Wasser einlagert

Eine der kniffligeren Ursachen für dicke Pfoten ist ein sogenanntes Ödem – eine Ansammlung von Wasser im Gewebe. Das passiert, wenn der Körper mehr Flüssigkeit zurückhält, als er loswerden kann. Die Schwerkraft erledigt den Rest und zieht das Wasser nach unten in die Beine und Pfoten.

Solche Ödeme sind oft ein klares Warnsignal für ernstere Erkrankungen:

  • Herzprobleme: Wenn das Hundeherz schwächelt, schafft es nicht mehr, das Blut kraftvoll durch den Körper zu pumpen. Es kommt zu einem Rückstau, durch den Flüssigkeit aus den Adern ins umliegende Gewebe gepresst wird.
  • Nierenschwäche: Funktionieren die Nieren nicht mehr richtig, versagen sie als Filter. Überschüssiges Wasser und Giftstoffe bleiben im Körper. Oft geht gleichzeitig wertvolles Eiweiß über den Urin verloren, was den Druck in den Blutgefäßen verändert und Flüssigkeitsaustritte zusätzlich begünstigt.

Ein Ödem fühlt sich oft teigig und kühl an und ist meist nicht schmerzhaft. Ein typisches Zeichen: Drückt man mit dem Finger fest auf die Schwellung, bleibt für einen kurzen Moment eine Delle zurück. Meistens sind auch nicht nur eine, sondern gleich mehrere oder sogar alle vier Pfoten betroffen.

Ein Ödem in den Pfoten ist fast nie ein lokales Problem. Es ist ein Hinweis darauf, dass im Inneren etwas nicht stimmt. Achten Sie deshalb unbedingt auf weitere Symptome bei Ihrem Hund, wie zum Beispiel Husten, schnelle Erschöpfung oder auffällig viel Durst.

Arthrose: Der schleichende Schmerz im Gelenk

Gerade bei unseren vierbeinigen Senioren sind die Gelenke eine häufige Schwachstelle. Die Arthrose, ein fortschreitender Gelenkverschleiß, sorgt für eine dauerhafte Entzündung im Gelenk. Der Körper versucht, das mit einer erhöhten Produktion von Gelenkschmiere auszugleichen – das Ergebnis ist eine sicht- und fühlbare Schwellung. In Deutschland ist Arthrose bei älteren Hunden leider an der Tagesordnung. Schätzungen gehen davon aus, dass über 20 % der Hunde über acht Jahre an Arthrose in mindestens einem Gelenk leiden, was sich oft durch Schwellungen bemerkbar macht. Mehr über die genauen Zusammenhänge bei geschwollenen Hundepfoten erfahren Sie auf dr-wuffy.de.

Anders als bei einer akuten Verletzung schleicht sich eine arthrosebedingte Schwellung langsam ein. Man findet sie meist direkt über dem Gelenk, zum Beispiel am Vorderfußwurzel- oder Sprunggelenk. Sie fühlt sich oft prall und fest an und wird nach Bewegung oder Belastung schlimmer.

Seltene, aber ernste Auslöser

Neben den häufigeren systemischen Ursachen gibt es noch ein paar andere, seltenere, aber ernste Möglichkeiten, die man kennen sollte. Bei Verdacht ist hier immer eine schnelle und gründliche Abklärung durch den Tierarzt gefragt.

Tumorerkrankungen
Auch wenn es seltener vorkommt, können Tumore eine Pfote anschwellen lassen. Entweder wächst der Tumor direkt am Knochen oder im Weichgewebe der Pfote selbst, oder er sitzt weiter oben am Bein und drückt auf wichtige Blut- oder Lymphgefäße. Das stört den Abfluss und führt zu einem Stau in der Pfote.

Autoimmunerkrankungen
Manchmal spielt das Immunsystem verrückt und greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an. Es gibt spezielle Autoimmunerkrankungen, die sich direkt gegen die Haut und das Gewebe der Pfoten richten. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungen, Schwellungen und oft auch offene Stellen oder Krusten an den Ballen und zwischen den Zehen. Das sind komplexe Fälle, die in die Hände eines Spezialisten gehören.

Genau hinzusehen und auch an weniger offensichtliche Ursachen zu denken, ist der Schlüssel, um Ihrem Hund schnell und richtig zu helfen.

Symptome richtig deuten und wann Sie zum Tierarzt müssen

Wenn Sie bei Ihrem Hund eine geschwollene Pfote entdecken, schießt Ihnen wahrscheinlich sofort eine Frage durch den Kopf: Ist das ein Notfall oder kann ich erst einmal abwarten? Die richtige Antwort darauf zu finden, ist der erste und wichtigste Schritt, um Ihrem Vierbeiner schnell und richtig zu helfen. Panik ist dabei aber der schlechteste Berater. Stattdessen sind eine ruhige Beobachtung und eine kluge Einschätzung gefragt.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Detektiv, der einen Tatort untersucht. Sie sammeln erst einmal alle Hinweise, bevor Sie voreilige Schlüsse ziehen. Genau so sollten Sie jetzt vorgehen. Schauen Sie sich die Pfote vorsichtig an – natürlich nur, wenn Ihr Hund das zulässt – und achten Sie auf alle Begleitsymptome. Diese zusätzlichen Anzeichen sind oft der Schlüssel, um den Ernst der Lage zu erkennen.

Unmissverständliche Warnsignale für einen Notfall

Manche Situationen dulden absolut keinen Aufschub. Hier geht es nicht darum, abzuwarten oder irgendwelche Hausmittel auszuprobieren. Wenn Sie auch nur eines der folgenden Symptome bei Ihrem Hund bemerken, sollten Sie sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen. Jede Minute kann entscheidend sein.

Diese Anzeichen schreien förmlich nach sofortiger Hilfe:

  • Starke Schmerzen: Ihr Hund jault auf, zieht die Pfote reflexartig weg oder lässt sich gar nicht erst anfassen. Vielleicht schnappt er sogar vor Schmerz, obwohl er das sonst niemals tun würde.
  • Deutliches Humpeln oder Entlasten: Er belastet das Bein überhaupt nicht mehr und bewegt sich nur noch auf drei Pfoten. Wenn Ihr Hund stark humpelt, finden Sie in unserem weiterführenden Artikel wertvolle Tipps, was bei Humpeln zu tun ist.
  • Offene, blutende oder eiternde Wunden: Jede tiefere Verletzung birgt ein hohes Infektionsrisiko und gehört in professionelle Hände.
  • Sehr schnelle und massive Schwellung: Wenn die Pfote innerhalb kürzester Zeit extrem an Volumen zunimmt, könnte das auf eine heftige allergische Reaktion, einen Schlangenbiss oder eine akute Infektion hindeuten.
  • Allgemeines Unwohlsein: Ihr Hund wirkt apathisch, hat Fieber, verweigert Futter und Wasser oder atmet schwer. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass das Problem den ganzen Körper betrifft.
  • Schwellungen im Gesicht oder Halsbereich: Tauchen Schwellungen nicht nur an der Pfote, sondern auch am Kopf auf, besteht akute Erstickungsgefahr.

Handeln Sie bei diesen Symptomen ohne zu zögern. Es ist immer besser, einmal zu oft beim Tierarzt vorbeizuschauen als einmal zu wenig. Ein kurzer Anruf in der Praxis kann schon helfen, die Dringlichkeit zu bestätigen und Ihr Kommen anzukündigen.

Wann eine Beobachtung zunächst ausreichen kann

Nicht jede Schwellung bedeutet gleich ein Drama. Wenn die Situation weniger dramatisch erscheint und Ihr Hund einen recht fitten Eindruck macht, können Sie die Lage zunächst für einige Stunden im Auge behalten. Das gilt aber wirklich nur, wenn alle der folgenden Punkte zutreffen.

Beobachtung ist eine Option, wenn:

  • Die Schwellung nur leicht ist.
  • Ihr Hund die Pfote noch belastet und nur ein wenig humpelt.
  • Er keine starken Schmerzen zeigt und sich anfassen lässt.
  • Sein Allgemeinbefinden völlig normal ist – er frisst, trinkt und ist munter.
  • Keine offene Wunde zu sehen ist.

Sollte sich der Zustand innerhalb von 12 bis 24 Stunden allerdings nicht deutlich bessern oder sich sogar verschlechtern, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Der folgende Entscheidungsbaum kann Ihnen helfen, die Situation schnell und strukturiert einzuschätzen, besonders wenn Faktoren wie das Alter Ihres Hundes oder seine Liegegewohnheiten eine Rolle spielen.

Infografik als Entscheidungsbaum, um die Ursache für geschwollene Pfoten beim Hund zu ermitteln.

Wie die Grafik zeigt, hilft eine systematische Herangehensweise mit einfachen Ja/Nein-Fragen dabei, mögliche Ursachen einzugrenzen und die richtige Entscheidung zu treffen.

Checkliste für den Tierarztbesuch

Um im Ernstfall keine wertvolle Zeit zu verlieren, ist eine gute Vorbereitung die halbe Miete. Notieren Sie sich am besten kurz die Antworten auf die folgenden Fragen. Diese Informationen sind für den Tierarzt Gold wert, um schnell die richtige Diagnose zu stellen.

Ihre Beobachtungen für den Tierarzt:

  1. Wann ist die Schwellung zum ersten Mal aufgefallen?
  2. Ist nur eine oder sind mehrere Pfoten betroffen?
  3. Hat sich die Schwellung seitdem verändert (größer, kleiner, härter)?
  4. Humpelt Ihr Hund oder schont er die Pfote nur leicht?
  5. Leckt oder knabbert er auffällig oft an der Stelle?
  6. Gab es einen möglichen Auslöser (Spaziergang im hohen Gras, Toben, Insekten in der Nähe)?
  7. Zeigt er weitere Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit oder Trägheit?
  8. Sind Allergien oder andere Vorerkrankungen bei Ihrem Hund bekannt?

Mit diesen Informationen geben Sie dem Praxisteam einen entscheidenden Vorsprung, um die Situation sofort zu erfassen und die richtigen Schritte einzuleiten.

Was tun, wenn die Pfote dick ist? Erste Hilfe für zu Hause

Eine Person untersucht sanft die geschwollene Pfote eines Hundes und hält sie vorsichtig in den Händen.

Wenn Sie bei Ihrem Hund eine geschwollene Pfote entdecken und klar ist, dass es kein lebensbedrohlicher Notfall ist, gibt es einige sinnvolle Dinge, die Sie sofort tun können. Diese Erste-Hilfe-Maßnahmen verschaffen Ihrem Hund erste Linderung und helfen, die Situation zu überbrücken, bis der Tierarzt einen Blick darauf werfen kann.

Das Allerwichtigste in diesem Moment? Ihre Ruhe. Hunde sind Meister darin, unsere Stimmungen zu spüren. Wenn Sie nervös werden, überträgt sich das sofort auf Ihren Vierbeiner und macht alles nur schlimmer. Atmen Sie tief durch – ein ruhiges, besonnenes Vorgehen ist jetzt die beste Unterstützung.

Die Pfote sicher und stressfrei untersuchen

Bevor Sie irgendetwas tun, müssen Sie sich die Pfote genau ansehen. Seien Sie dabei super behutsam, denn auch der friedlichste Hund kann schnappen, wenn er starke Schmerzen hat.

Am besten legen oder setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Hund auf den Boden. So sind Sie auf Augenhöhe und wirken weniger bedrohlich. Sprechen Sie leise mit ihm und kraulen Sie ihn erst an einer Stelle, die ihm guttut. Erst wenn Sie merken, dass er sich entspannt, nähern Sie sich ganz langsam der geschwollenen Pfote.

Achten Sie auf die folgenden Anzeichen:

  • Offensichtliche Verletzungen: Sehen Sie Schnitte, Risse oder aufgeschürfte Stellen an den Ballen oder der Haut?
  • Fremdkörper: Könnte ein Dorn, ein kleiner Glassplitter oder eine fiese Granne zwischen den Zehen oder im Ballen stecken?
  • Spuren eines Insektenstichs: Ist vielleicht eine winzige, punktförmige Rötung oder Einstichstelle zu erkennen?
  • Zustand der Krallen: Ist eine Kralle eingerissen, gesplittert oder vielleicht sogar ganz abgebrochen?

Machen Sie diese Untersuchung aber nur, wenn Ihr Hund es zulässt, ohne sich groß zu wehren. Zwingen Sie ihn auf keinen Fall zu etwas, das verschlimmert die Situation nur unnötig.

Bewährte Sofortmaßnahmen, die wirklich helfen

Wenn Sie die Pfote untersucht haben und keine stark blutende, tiefe Wunde entdecken, können Sie mit ein paar gezielten Handgriffen Erste Hilfe leisten. Diese einfachen Maßnahmen können den Schmerz lindern und verhindern, dass die Schwellung schlimmer wird.

Kühlen bei stumpfen Verletzungen und Stichen
Ist die Pfote durch eine Verstauchung, eine Prellung oder einen Insektenstich dick geworden, ist Kälte Ihr bester Helfer. Die Kühle sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Das bremst die Schwellung und betäubt den Schmerz auf natürliche Weise.

Ganz wichtig: Ein Kühlpack oder Eiswürfel dürfen niemals direkt auf die Haut Ihres Hundes! Wickeln Sie das Kühlelement immer in ein Geschirrtuch oder ein dünnes Handtuch. So vermeiden Sie Erfrierungen. Kühlen Sie die betroffene Stelle für etwa 10 Minuten am Stück und legen Sie dann eine längere Pause ein.

Kleine Wunden vorsichtig reinigen
Oberflächliche Kratzer oder kleine Schnitte sollten Sie sauber machen, um Infektionen keine Chance zu geben. Spülen Sie die Wunde einfach mit lauwarmem Wasser oder einer milden, verdünnten Desinfektionslösung für Tiere aus der Apotheke. Danach tupfen Sie die Stelle vorsichtig mit einer sauberen Kompresse trocken.

Lecken und Knabbern unbedingt verhindern
Der Volksglaube, Hundespeichel sei heilsam, ist leider falsch – er ist voller Bakterien. Hindern Sie Ihren Hund also daran, an der wunden Pfote zu lecken oder zu knabbern. Ein passender Halskragen oder zur Not auch eine saubere Socke, die Sie vorsichtig über die Pfote ziehen, können hier kurzfristig helfen. Mehr dazu, welche Hausmittel bei Pfotenproblemen nützlich sind, finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur Behandlung einer entzündeten Pfote beim Hund.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Manchmal ist es fast wichtiger zu wissen, was man lassen sollte, als was man tun kann. Mit den falschen Maßnahmen richten Sie unter Umständen mehr Schaden als Nutzen an.

  • Finger weg von menschlichen Schmerzmitteln: Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol sind für Hunde hochgiftig! Sie können zu Nieren- oder Leberversagen führen und lebensgefährlich sein.
  • Abszesse niemals selbst öffnen: Versuchen Sie unter keinen Umständen, eine Eiterbeule aufzudrücken. Damit pressen Sie die Bakterien nur noch tiefer ins Gewebe und verursachen eine schlimme Entzündung.
  • Keine Salben auf offene Wunden: Ohne eine klare Anweisung vom Tierarzt sollten Sie niemals irgendwelche Cremes oder Salben auf offene Verletzungen schmieren.

Gesunde Hundepfoten durch gezielte Vorbeugung

Die beste Behandlung für eine geschwollene Pfote beim Hund? Die, die gar nicht erst nötig wird. Mit etwas Voraussicht und regelmäßiger Pflege können Sie Ihrem Vierbeiner viele schmerzhafte Probleme von vornherein ersparen. Es geht darum, eine solide Grundlage für gesunde und robuste Hundepfoten zu schaffen, die ihn ein Leben lang tragen.

Stellen Sie sich die Pfoten Ihres Hundes einmal wie die Reifen Ihres Autos vor. Ohne regelmäßige Kontrolle von Druck, Profil und Zustand riskieren Sie eine Panne und teure Reparaturen. Ganz ähnlich ist es bei den Pfoten – sie brauchen regelmäßige "Wartung", damit Ihr Hund sicher durchs Leben läuft.

Die tägliche Pfoten-Inspektion als Routine

Der einfachste und gleichzeitig wirksamste Schritt ist ein kurzer, täglicher Pfoten-Check. Bauen Sie das am besten in die abendliche Kuschelrunde ein, wenn Ihr Hund ohnehin schon entspannt daliegt. So wird die Kontrolle schnell zu einem positiven und vertrauten Ritual.

Nehmen Sie jede Pfote ganz sanft in die Hand und werfen Sie einen genauen Blick darauf:

  • Zwischen den Zehen: Hat sich dort etwas verfangen? Kleine Steinchen, Dornen, Grannen oder verfilztes Fell sind hier häufige Übeltäter.
  • Die Ballen: Fühlen sich die Ballen geschmeidig an oder entdecken Sie Risse, Schnitte oder sehr trockene Stellen?
  • Die Krallen: Prüfen Sie, ob eine Kralle vielleicht eingerissen, gesplittert oder einfach zu lang ist.
  • Der Geruch: Schnuppern Sie mal. Ein ungewöhnlich muffiger Geruch kann ein erstes Anzeichen für eine Pilz- oder Bakterieninfektion sein.

Diese wenigen Minuten am Tag schärfen Ihren Blick für das Normale und lassen Sie Abweichungen sofort erkennen – oft lange, bevor daraus ein großes, schmerzhaftes Problem wird.

Pfotenpflege, die sich den Jahreszeiten anpasst

Die Pfoten Ihres Hundes müssen einiges aushalten, und die Herausforderungen ändern sich mit dem Wetter. Eine angepasste Pflege ist daher das A und O, um die empfindlichen Ballen vor extremen Bedingungen zu schützen.

Im Sommer kann Asphalt in der Sonne brütend heiß werden und zu üblen Verbrennungen führen. Machen Sie den Test mit Ihrem eigenen Handrücken: Wenn es für Sie zu heiß ist, ist es für Ihren Hund erst recht unerträglich. Verlegen Sie die Gassirunden lieber auf die kühleren Morgen- und Abendstunden und weichen Sie auf weiche Wald- oder Wiesenwege aus.

Im Winter lauern ganz andere Gefahren: Streusalz, Splitt und Eis. Salz entzieht der Haut Feuchtigkeit, macht sie trocken und rissig. Scharfkantiger Splitt wiederum kann schnell zu kleinen Schnittverletzungen führen.

Ein guter Pfotenbalsam auf Basis von Bienenwachs oder Hirschtalg wirkt wie ein unsichtbarer Schutzstiefel. Tragen Sie ihn vor dem Spaziergang auf, um die Haut zu schützen. Nach der Runde waschen Sie die Pfoten kurz mit lauwarmem Wasser ab und cremen sie erneut ein, um die Haut geschmeidig zu halten.

Warum Gewicht und Ernährung eine große Rolle spielen

Ein Faktor, der oft übersehen wird, ist das Körpergewicht des Hundes. Jedes Kilo zu viel ist eine zusätzliche Last, die bei jedem Schritt auf den Gelenken und eben auch auf den Pfoten liegt. Das erhöht auf Dauer das Risiko für Verschleißerkrankungen wie Arthrose.

Ein weiteres Thema sind Liegeschwielen, die gerade bei großen, schweren oder älteren Hunden auftreten. Diese verdickten, haarlosen Stellen entstehen durch den ständigen Druck auf harte Böden und können sich böse entzünden. Liegeschwielen sind in Deutschland ein häufiges Problem, das durch wiederholten Druck auf knöcherne Vorsprünge, meist an den Ellenbogen, entsteht. Besonders gefährdet sind große, schwere Rassen und Senioren, die oft auf Fliesen, Parkett oder Beton liegen. Mehr Details zur Erkennung und Vorbeugung von Liegeschwielen finden Sie auf lila-loves-it.com.

Die Basis für alles ist natürlich eine ausgewogene Ernährung. Hochwertige Proteine, essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und die richtigen Vitamine stärken Haut, Krallen und das Immunsystem von innen heraus.

Um die Gelenke gezielt zu unterstützen, können auch spezielle Ergänzungsfuttermittel eine sinnvolle Ergänzung sein. Inhaltsstoffe wie Grünlippmuschel, Glucosamin oder MSM sind dafür bekannt, die Gelenkfunktion zu fördern und entzündungshemmend zu wirken. Das ist nicht nur etwas für Hundesenioren! Gerade für junge Hunde großer Rassen oder sehr sportliche Vierbeiner kann diese Unterstützung helfen, den Gelenkknorpel zu nähren und die Pufferfunktion der Gelenke zu erhalten – was letztlich auch die Belastung auf die Pfoten reduziert.

Fragen und Antworten: Geschwollene Pfoten beim Hund

Wenn die Pfote des eigenen Hundes plötzlich dick ist, schrillen bei vielen Haltern die Alarmglocken. Verständlicherweise! Hier habe ich die häufigsten Fragen gesammelt und beantworte sie kurz und bündig, damit Sie im Ernstfall schnell eine erste Orientierung haben.

Darf ich meinem Hund Ibuprofen oder Aspirin geben?

Ein ganz klares und dick unterstrichenes: Nein! Bitte geben Sie Ihrem Hund niemals Schmerzmittel aus Ihrer eigenen Hausapotheke. Wirkstoffe wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin sind für Hunde hochgiftig. Sie können schwere, teils tödliche Magen-Darm-Blutungen auslösen und Leber sowie Nieren dauerhaft schädigen. Medikamente gibt es ausschließlich vom Tierarzt.

Verschwindet eine geschwollene Pfote von alleine wieder?

Das kommt ganz auf die Ursache an. Bei Kleinigkeiten, wie einem Mückenstich oder wenn der Hund sich nur leicht vertreten hat, kann die Schwellung durchaus innerhalb von 24 Stunden von selbst wieder abklingen.

Aber hier gilt eine wichtige Faustregel: Zeigt sich nach einem Tag keine deutliche Besserung, hat Ihr Hund starke Schmerzen oder wirkt er schlapp und anders als sonst? Dann ist der Gang zum Tierarzt unausweichlich. Abwarten ist in so einem Fall die falsche Strategie.

Mein Hund leckt ununterbrochen an der dicken Pfote – soll ich ihn lassen?

Nein, das sollten Sie unbedingt verhindern. Auch wenn es ein natürlicher Instinkt ist, kann das ständige Lecken alles nur schlimmer machen. Hundespeichel ist voller Bakterien, die aus einer kleinen Hautreizung eine handfeste Infektion machen können. Zudem hält die Feuchtigkeit die Haut wund und schafft ein perfektes Milieu für Keime. Ein Halskragen oder – als kurzfristige Notlösung – eine saubere Socke über der Pfote kann hier helfen.

Warum ist nicht nur die Pfote, sondern auch das Gesicht meines Hundes plötzlich dick?

Wenn eine Schwellung sehr plötzlich und massiv auftritt, besonders im Gesichtsbereich und an den Pfoten, riecht das stark nach einer heftigen allergischen Reaktion. Oft ist ein Bienen- oder Wespenstich der Auslöser. Das ist ein absoluter Notfall! Es besteht die Gefahr, dass die Atemwege zuschwellen. Zögern Sie keine Sekunde und fahren Sie sofort in die nächste Tierklinik.

Ist Kühlen bei einer Schwellung immer eine gute Idee?

Kühlen ist eine super Erste-Hilfe-Maßnahme, aber nicht in jedem Fall. Besonders bei stumpfen Verletzungen wie einer Prellung, einer Zerrung oder nach einem Insektenstich wirkt ein Kühlpack wahre Wunder. Es lindert den Schmerz und hilft, die Schwellung einzudämmen. Bei offenen Wunden oder wenn die Stelle heiß ist und pocht, was auf eine Infektion hindeutet, sollten Sie die Finger vom Kühlpack lassen und stattdessen direkt zum Tierarzt.


Um Gelenkbeschwerden vorzubeugen, die ebenfalls zu Schwellungen führen können, spielt die richtige Nährstoffversorgung eine entscheidende Rolle. Die Gelenkformel von Dr. Wuffy setzt auf bewährte Wirkstoffe wie Grünlippmuschel und Glucosamin, um die Gelenke langfristig zu unterstützen und die Freude an der Bewegung zu erhalten. Erfahren Sie mehr über unsere wissenschaftlich fundierte Gelenkformel auf dr-wuffy.de

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