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Pfotenfit – Dr. Wuffys Journal für Hundegesundheit
Hund humpelt plötzlich hinten rechts Was tun?
Hund humpelt plötzlich hinten rechts Was tun?
Wenn Ihr Hund plötzlich hinten rechts humpelt, steckt dahinter meist mehr als nur ein schlechter Tag. Oft ist es ein klares Zeichen für eine Verletzung – von einer simplen Zerrung über einen fiesen Fremdkörper in der Pfote bis hin zu ernsteren Gelenkproblemen. Das Wichtigste in diesem Moment: Ruhe bewahren, das Bein vorsichtig unter die Lupe nehmen und bei offensichtlichen Schmerzen oder Verletzungen nicht zögern, den Tierarzt anzurufen.
Erste schritte, wenn ihr hund plötzlich hinten rechts humpelt
Der Anblick ist für jeden Hundebesitzer ein Stich ins Herz: Der treue Begleiter kommt auf einen zugehumpelt und schont sichtlich das rechte Hinterbein. Panik ist jetzt aber der falsche Ratgeber. Was Ihr Hund braucht, ist ein ruhiger Kopf und ein planvolles Vorgehen, damit Sie die Lage richtig einschätzen und ihm die beste Ersthilfe geben können.
Der allererste und wichtigste Schritt ist, für sofortige Ruhe zu sorgen. Kein Herumtoben, kein Springen, kein wildes Spiel mehr. Nehmen Sie ihn am besten an die Leine und bringen Sie ihn sanft zu seinem Lieblingsplatz, wo er sich entspannen kann. Jede zusätzliche Belastung könnte eine Verletzung nur verschlimmern.
Die erste vorsichtige untersuchung zu hause
Sobald Ihr Hund entspannt liegt, können Sie mit einer ganz behutsamen Untersuchung beginnen. Sprechen Sie leise und beruhigend mit ihm und achten Sie ganz genau auf seine Körpersprache. Nichts erzwingen! Wenn er Schmerzen zeigt, knurrt oder sich sichtlich unwohl fühlt, hören Sie sofort auf.
Am besten arbeiten Sie sich systematisch von unten nach oben vor:
- Pfotenballen und Zehen: Schauen Sie sich die Ballen genau an. Sehen Sie Schnitte, Risse oder etwas, das dort nicht hingehört? Ein Dorn, eine Glasscherbe oder ein kleiner Stein kann höllisch wehtun. Spreizen Sie auch vorsichtig die Zehen, um in die Zwischenräume zu blicken.
- Krallen: Ist eine Kralle eingerissen, vielleicht sogar abgebrochen? Eine verletzte Kralle ist eine der häufigsten Ursachen für plötzliches, starkes Humpeln.
- Gelenke und Knochen: Tasten Sie nun ganz sanft das Bein vom Sprunggelenk über das Knie bis hoch zur Hüfte ab. Fühlt sich etwas geschwollen an? Ist eine Stelle wärmer als der Rest? Wirkt etwas verformt? Ein direkter Vergleich mit dem gesunden linken Bein hilft enorm, um Unterschiede aufzuspüren.
Dieser erste Check dient nicht dazu, selbst eine Diagnose zu stellen. Es geht darum, offensichtliche Ursachen zu finden und die Situation besser einschätzen zu können. Jeder Hinweis, den Sie finden, ist später für den Tierarzt Gold wert.
Die folgende Übersicht hilft Ihnen, die Dringlichkeit einzuschätzen und die richtigen ersten Maßnahmen zu ergreifen.
Sofort-Checkliste bei plötzlichem Humpeln
Eine schnelle Übersicht der wichtigsten Punkte, die Sie überprüfen sollten, bevor Sie weitere Schritte einleiten.
| Symptom oder Warnsignal | Was sofort zu tun ist | Dringlichkeit |
|---|---|---|
| Sichtbare Wunde/Blutung | Wunde säubern, leichten Druckverband anlegen | Hoch – Sofort zum Tierarzt |
| Eingetretener Fremdkörper | Wenn möglich, vorsichtig entfernen. Ansonsten belassen. | Hoch – Tierarztbesuch am selben Tag |
| Starke Schwellung | Bein ruhigstellen, kühlen (Kühlpack in Tuch) | Hoch – Sofort zum Tierarzt |
| Bein wird gar nicht belastet | Absolute Ruhe, Hund tragen statt laufen lassen | Hoch – Sofort zum Tierarzt |
| Hund schreit/jault bei Berührung | Untersuchung abbrechen, Hund beruhigen | Hoch – Sofort zum Tierarzt |
| Leichtes Humpeln ohne Schmerz | Für 24-48 Stunden schonen, beobachten | Mittel – Tierarzt, wenn keine Besserung |
Diese Checkliste ist eine erste Orientierung. Im Zweifelsfall gilt immer: Lieber einmal zu viel den Tierarzt anrufen als einmal zu wenig.

Wann sie sofort zum tierarzt müssen
Nicht jedes Humpeln bedeutet einen Weltuntergang, aber manche Anzeichen sind absolute Alarmglocken. Zögern Sie keine Sekunde und fahren Sie direkt in die nächste Tierklinik oder Praxis, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Heftige Schmerzen: Ihr Hund schreit auf, jault oder schnappt sogar nach Ihnen, wenn Sie das Bein berühren wollen.
- Völlige Entlastung: Er kann das Bein überhaupt nicht mehr aufsetzen und hält es krampfhaft in der Luft.
- Offensichtliche Verletzung: Sie sehen eine tiefe Wunde, es blutet stark oder das Bein steht in einem unnatürlichen Winkel – ein klarer Hinweis auf einen Bruch.
- Rasche, starke Schwellung: Ein Gelenk oder ein Teil des Beins wird innerhalb kurzer Zeit dick und prall.
- Zusätzliche Symptome: Ihr Hund ist teilnahmslos, zittert, hechelt unaufhörlich oder will weder fressen noch trinken.
In solchen Momenten zählt jede Minute. Eine schnelle Diagnose und die richtige Behandlung sind der Schlüssel für eine gute Heilung. Falls Sie sich unsicher sind, was bei Humpeln zu tun ist, finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber noch mehr wertvolle Informationen.
Was steckt dahinter, wenn der Hund plötzlich humpelt?
Wenn Ihr Hund plötzlich hinten rechts humpelt, dann ist das Humpeln selbst nur das sichtbare Zeichen – wie eine Warnleuchte, die im Auto aufblinkt. Um das Problem an der Wurzel zu packen, müssen wir herausfinden, was diese Leuchte zum Glühen bringt. Die Ursachen können dabei so vielfältig sein wie unsere Hunde selbst und von einer Kleinigkeit bis zu einem echten Notfall reichen.

Die Bandbreite der Auslöser ist wirklich enorm. Oft sind es ganz simple, aber schmerzhafte Dinge, die sich zum Glück schnell beheben lassen. Ein spitzer Stein zwischen den Zehen, ein Bienenstich im Ballen oder ein fieser Dorn, den er sich im Gebüsch eingetreten hat – all das kann zu einer abrupten Lahmheit führen. Solche Fremdkörper sind meistens leicht zu entdecken und zu entfernen.
Traumatische Verletzungen: Der häufigste Grund für plötzliches Humpeln
In den meisten Fällen ist eine akute Verletzung – ein sogenanntes Trauma – der Übeltäter. Stellen Sie es sich wie bei einem Sportler vor, der unglücklich umknickt. Eine falsche Bewegung beim wilden Toben im Park, ein zu waghalsiger Sprung von der Couch oder ein Ausrutscher auf glattem Laminat können schon ausreichen.
Dabei kommt es oft zu Verletzungen, die man von außen gar nicht sehen kann:
- Zerrungen und Muskelfaserrisse: Eine klassische Überdehnung der Muskeln, die richtig wehtun kann.
- Verstauchungen (Distorsionen): Hierbei werden die Bänder, die ein Gelenk zusammenhalten, überdehnt oder reißen sogar leicht ein.
- Bänderrisse: Ein kompletter Riss eines Bandes, der für eine massive Instabilität im Gelenk sorgt und sofortiges Handeln erfordert.
Auch die Zahlen aus der Praxis bestätigen das. Eine Auswertung einer großen Münchner Tierklinik zeigte, dass rund 35 % der Hunde mit akuter Lahmheit im Hinterbein wegen solcher Unfälle vorgestellt wurden. Verdrehungen beim Spielen und unglückliche Sprünge waren dabei die klaren Spitzenreiter.
Der Kreuzbandriss: Eine ernste und häufige Diagnose
Gerade wenn das rechte Hinterbein betroffen ist, geht bei vielen Tierärzten sofort eine gedankliche rote Lampe an: Kreuzbandriss. Dieses kleine, aber ungemein wichtige Band stabilisiert das Knie. Reißt es, wird das Gelenk instabil, was höllische Schmerzen verursacht und unbehandelt unweigerlich zu Arthrose führt.
Anders als bei uns Menschen, wo ein Kreuzbandriss meist durch einen heftigen Unfall wie beim Skifahren passiert, ist es beim Hund oft ein schleichender Prozess. Das Band nutzt sich über die Zeit ab, wird spröde und reißt dann bei einer alltäglichen Bewegung – der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Ein typisches Indiz, das Sie beobachten können: Der Hund streckt das betroffene Bein im Sitzen seitlich weg, anstatt es normal unter den Körper zu ziehen. In der Tiermedizin nennt man das den „positiven Sitztest“.
Wenn ein altes Problem plötzlich akut wird
Manchmal ist das plötzliche Humpeln gar nicht so plötzlich, wie es auf den ersten Blick wirkt. Es kann das Aufflammen eines Problems sein, das schon lange im Verborgenen schlummert. Denken Sie an ein altes, rostiges Türscharnier: Es quietscht vielleicht schon eine ganze Weile leise vor sich hin, aber eines Tages klemmt es plötzlich und lässt sich kaum noch bewegen.
Ganz ähnlich kann es sich mit Gelenkerkrankungen wie Arthrose verhalten. Der Verschleiß schreitet schleichend voran. Vielleicht war Ihr Hund morgens schon länger etwas steif, was Ihnen aber kaum aufgefallen ist. Eine unglückliche Bewegung oder nasskaltes Wetter können dann einen akuten Entzündungsschub auslösen, der zu starkem, plötzlichem Humpeln führt.
Die Unterscheidung zwischen einer frischen Verletzung und dem Aufflammen eines chronischen Leidens ist für die richtige Behandlung absolut entscheidend. In unserem weiterführenden Artikel erfahren Sie mehr darüber, warum ein Hund hinten lahmt und welche chronischen Ursachen dahinterstecken können.
Diese häufigsten Ursachen zu kennen, hilft Ihnen, die Situation besser einzuschätzen. Eines ist aber klar: Es ersetzt niemals die professionelle Diagnose durch einen Tierarzt. Nur er kann sicher feststellen, was Ihrem Liebling wirklich fehlt.
Chronische Erkrankungen als versteckte Auslöser
Manchmal ist das plötzliche Humpeln, das Sie bei Ihrem Hund beobachten, gar nicht so plötzlich, wie es scheint. Es kann das dramatische Aufflackern eines Problems sein, das sich über Monate oder sogar Jahre unbemerkt im Körper Ihres Hundes entwickelt hat. Stellen Sie es sich wie einen schwelenden Brand vor: Lange ist nichts zu sehen, doch dann schlagen plötzlich die Flammen hoch.
Dieses Szenario ist typisch, wenn chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates die Ursache sind. Anders als bei einer akuten Verletzung durch einen Unfall bauen sich hier die Schäden langsam auf, bis ein bestimmter Punkt erreicht ist, an dem der Körper den Schmerz nicht mehr kompensieren kann. Dann humpelt der Hund plötzlich hinten rechts, obwohl die eigentliche Ursache viel älter ist.
Hüftdysplasie als schleichende Gefahr
Ein Paradebeispiel für eine solche versteckte Ursache ist die Hüftdysplasie (HD). Der Begriff klingt kompliziert, beschreibt aber im Grunde eine simple mechanische Fehlfunktion: Der Oberschenkelkopf passt nicht perfekt in die Hüftpfanne. Es ist, als würde man versuchen, eine Kugel in eine zu flache Schale zu legen – das Ganze ist wackelig und instabil.
Diese angeborene Fehlentwicklung sorgt dafür, dass das Gelenk bei jeder Bewegung falsch belastet wird. Mit der Zeit reibt der Knochen am Knorpel und nutzt ihn ab, was unweigerlich zu schmerzhafter Arthrose führt. Lange kann eine starke Muskulatur das Problem ausgleichen, doch eine unglückliche Bewegung oder altersbedingter Muskelabbau reichen aus, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Plötzlich ist der Schmerz so stark, dass der Hund das Bein entlastet.
Eine häufig unterschätzte Ursache für plötzliches Humpeln hinten rechts bei Hunden in Deutschland sind angeborene oder altersbedingte orthopädische Erkrankungen wie Patellaluxation oder Hüftdysplasie. Die Hüftdysplasie, eine Fehlbildung des Hüftgelenks, ist in Deutschland bei etwa 15-20 % der großen Hunderassen zu finden, insbesondere bei Schäferhunden, Labrador Retrievern und Rottweilern. Erfahren Sie mehr über die Verbreitung von Gelenkerkrankungen bei Hunden auf anicura.ch.
Wenn die Kniescheibe aus der Bahn springt
Ein weiteres häufiges Problem, das oft zu einem sehr charakteristischen Humpeln führt, ist die Patellaluxation. Hierbei springt die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung im Kniegelenk heraus. Dieses Phänomen tritt besonders oft bei kleineren Hunderassen auf.
Das typische Bild ist ein Hund, der plötzlich für ein paar Schritte auf drei Beinen hüpft und das rechte Hinterbein anzieht. Oft rutscht die Kniescheibe von selbst wieder in ihre Position zurück und der Hund läuft normal weiter, als wäre nichts gewesen. Doch jeder dieser „Ausrutscher“ schädigt den Gelenkknorpel und führt langfristig ebenfalls zu Arthrose und dauerhaften Schmerzen. Was anfangs nur gelegentlich auftritt, kann sich zu einem permanenten Humpeln entwickeln.
Neurologische Probleme nicht außer Acht lassen
Nicht immer steckt das Problem direkt im Bein. Auch die Nervenbahnen, die vom Rückenmark in die Gliedmaßen führen, können der Auslöser sein. Ein Bandscheibenvorfall ist hier eine der ernsthaftesten Diagnosen.
Stellen Sie sich die Wirbelsäule wie eine Perlenkette vor, bei der zwischen den Perlen (Wirbeln) kleine Gelkissen (Bandscheiben) als Stoßdämpfer liegen. Wenn eines dieser Kissen reißt, kann der Inhalt auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln drücken. Dies kann zu extremen Schmerzen, Lähmungserscheinungen und eben auch zu einem plötzlichen, starken Humpeln führen, weil die Nervensignale an die Muskeln gestört sind. Der Hund humpelt, weil er die Kontrolle über das Bein teilweise verliert oder weil der Nervenschmerz unerträglich ist.
Andere neurologische Ursachen können sein:
- Cauda-equina-Kompressionssyndrom: Eine Einengung der Nerven am Ende des Rückenmarks, die oft bei älteren, größeren Hunden auftritt und zu Schmerzen und Schwäche in den Hinterbeinen führt.
- Degenerative Myelopathie: Eine langsam fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks, die zwar meist schleichend beginnt, aber durch Schübe ebenfalls zu plötzlicher Verschlechterung führen kann.
Ihre Beobachtungen sind für den Tierarzt entscheidend. Beschreiben Sie genau, wie das Humpeln aussieht: Zieht Ihr Hund das Bein hoch? Schleift er es nach? Tritt es nur nach dem Aufstehen auf? Jedes Detail hilft, die Ursache einzugrenzen und die richtige Diagnose zu stellen.
So läuft der Besuch beim Tierarzt ab
Wenn Ihr Hund plötzlich hinten rechts humpelt, führt der Weg meist direkt in die Tierarztpraxis. Das ist oft mit Sorge verbunden, keine Frage. Aber wenn Sie wissen, was Sie dort erwartet, können Sie die Situation viel gelassener meistern und dem Tierarzt genau die Infos geben, die er braucht. Die Untersuchung folgt dabei einem bewährten Schema, um der Ursache systematisch auf den Grund zu gehen.

Jeder Termin beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, der sogenannten Anamnese. Ihre Beobachtungen sind hier Gold wert. Der Tierarzt wird gezielt nachhaken, um das Problem einzugrenzen: Seit wann genau humpelt er? Könnte es einen Unfall gegeben haben, vielleicht beim Spielen? Wird es nach einer Ruhepause besser oder nach dem Spaziergang schlimmer?
Danach kommt die klinische Untersuchung. Zuerst wird Ihr Hund nur beobachtet – im Stehen, im Gehen, vielleicht auch im Trab. So bekommt der Tierarzt einen ersten, unverfälschten Eindruck von der Lahmheit, ganz ohne den Hund durch Berührungen zu beeinflussen.
Die orthopädische Untersuchung als Detektivarbeit
Nach dieser ersten Beobachtung beginnt die eigentliche „Detektivarbeit“: die orthopädische Untersuchung. Hierbei wird der Tierarzt immer wieder das betroffene rechte Hinterbein mit dem gesunden linken vergleichen. So fallen ihm selbst kleinste Unterschiede auf.
Er tastet das Bein systematisch ab und achtet dabei auf ganz bestimmte Hinweise:
- Schwellungen oder Wärme: Das sind klassische Anzeichen für eine Entzündung, sei es im Gelenk oder im umliegenden Gewebe.
- Schmerzreaktionen: Ein kurzes Zucken, ein leises Winseln oder eine Abwehrbewegung verrät ihm ganz genau, wo der Schmerz sitzt.
- Beweglichkeit: Lässt sich das Gelenk frei beugen und strecken, oder ist die Bewegung irgendwo blockiert?
- Stabilität: Mit speziellen Griffen, wie dem „Schubladentest“ am Knie, prüft er, ob die Gelenke stabil sind. So lässt sich zum Beispiel ein Kreuzbandriss oft schon ertasten.
Diese manuelle Untersuchung liefert oft schon einen starken Verdacht. Aber um sicherzugehen und das genaue Ausmaß des Problems zu erkennen, braucht es meistens einen Blick ins Innere.
Man kann sich die manuelle Untersuchung wie das Lesen von Spuren im Sand vorstellen. Sie zeigt dem Tierarzt die Richtung. Die bildgebenden Verfahren sind dann die Landkarte, die ihm das gesamte Terrain darunter offenbart.
Lahmheit in der Hinterhand ist in Deutschland ein extrem häufiges Problem. Eine der Hauptursachen, gerade bei älteren Semestern, ist die Arthrose. Man schätzt, dass etwa 20–30 % aller Hunde über sieben Jahre Anzeichen dieses Gelenkverschleißes zeigen. Typischerweise äußert sich das durch Anlaufschwierigkeiten und Humpeln. Mehr Einblicke dazu finden Sie unter Ursachen von Humpeln bei Hunden auf VitalTier.de.
Bildgebende Verfahren für einen klaren Befund
Je nachdem, was der Tierarzt vermutet, wird er Ihnen eines oder mehrere der folgenden Verfahren vorschlagen, um eine wasserdichte Diagnose zu stellen.
1. Röntgen
Das Röntgen ist der absolute Klassiker bei orthopädischen Problemen und ideal, um sich die Knochen anzusehen. Ein Röntgenbild zeigt ganz klar:
- Knochenbrüche (Frakturen)
- Typische Zeichen von Arthrose
- Angeborene Fehlstellungen wie bei einer Hüftdysplasie
- Veränderungen am Knochen, zum Beispiel durch Tumore
2. Ultraschall (Sonografie)
Während das Röntgen die Knochen zeigt, ist der Ultraschall der Spezialist für alles Weiche drumherum. Er kommt immer dann ins Spiel, wenn der Verdacht auf eine Verletzung von Bändern, Sehnen oder Muskeln fällt. Ein gerissenes Kreuzband oder eine verletzte Achillessehne werden so sichtbar.
3. Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT)
Diese hochmodernen Verfahren sind für die besonders kniffligen Fälle reserviert, bei denen die ersten Untersuchungen kein klares Ergebnis liefern.
- Ein CT liefert extrem detaillierte Schnittbilder von Knochen. Das ist super hilfreich bei komplizierten Brüchen oder um Gelenke wie den Ellbogen ganz genau zu beurteilen.
- Ein MRT ist unschlagbar, wenn es um Weichteile wie Bandscheiben, das Rückenmark oder den Gelenkknorpel geht. Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall ist es daher oft das Mittel der Wahl.
Sobald diese Untersuchungen abgeschlossen sind, hat der Tierarzt in der Regel eine klare Diagnose und kann mit Ihnen besprechen, welche Behandlung für Ihren Hund die beste ist.
Was der Tierarzt jetzt für Ihren Hund tun kann
Wenn die Diagnose endlich steht, fällt vielen Hundebesitzern erst einmal ein Stein vom Herzen. Endlich gibt es einen klaren Plan, wie es weitergeht. Und die gute Nachricht ist: Die moderne Tiermedizin hat heute viel mehr im Repertoire als nur eine Schmerztablette. Das Ziel ist immer, die Schmerzen zu nehmen, die normale Funktion des Beins wiederherzustellen und Ihrem Hund langfristig wieder pure Lebensfreude zu schenken.

Grob gesagt, gibt es zwei Wege: die konservative Behandlung, also alles ohne Skalpell, und operative Eingriffe, wenn es wirklich ernst ist. Welcher Weg für Ihren Hund der richtige ist, hängt natürlich komplett davon ab, warum Ihr Hund plötzlich hinten rechts humpelt.
Konservative Wege und gutes Schmerzmanagement
Bei vielen Diagnosen wie leichten Zerrungen, einer Verstauchung oder einer beginnenden Arthrose ist eine konservative Behandlung der erste und oft auch völlig ausreichende Schritt. Im Mittelpunkt steht dabei immer, die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Denn nur ein schmerzfreier Hund kann sich erholen und wieder normal bewegen.
Meist wird der Tierarzt entzündungshemmende Schmerzmittel (sogenannte NSAIDs) verschreiben. Diese Medikamente wurden extra für Hunde entwickelt und erledigen zwei Jobs auf einmal: Sie lindern den Schmerz und bekämpfen gleichzeitig die Entzündung, die oft für die Schwellung und das Pochen im Gelenk verantwortlich ist.
Ganz wichtig: Experimentieren Sie bitte niemals mit Medikamenten aus Ihrer eigenen Hausapotheke! Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol sind für Hunde pures Gift und können zu lebensgefährlichen Organschäden führen.
Diese Medikamente sind aber meist nur der Anfang. Eine wirklich gute, langfristige Strategie braucht mehrere Bausteine, die Hand in Hand arbeiten.
Warum Physiotherapie heute Gold wert ist
Physiotherapie ist aus der modernen Hunde-Orthopädie nicht mehr wegzudenken. Das ist so viel mehr als nur ein bisschen Stretching – es kann die Heilung enorm beschleunigen, gezielt Muskeln aufbauen und die Beweglichkeit zurückbringen.
Einige der bewährtesten Methoden sind:
- Wassertherapie (Hydrotherapie): Auf einem Unterwasserlaufband zum Beispiel kann der Hund seine Muskeln trainieren, ohne die Gelenke voll zu belasten. Der Auftrieb des Wassers macht ihn fast schwerelos. Das ist ideal für einen sanften Muskelaufbau nach einer OP oder bei Arthrose.
- Gezielter Muskelaufbau: Mit speziellen Übungen auf wackeligen Balance-Pads oder durch das Laufen über kleine Hindernisse (Cavaletti-Training) wird die stützende Muskulatur um das kranke Gelenk herum gekräftigt. Eine starke Muskulatur ist wie ein natürliches Korsett – sie stabilisiert und schützt.
- Manuelle Therapie: Ein guter Therapeut kann durch Massagen und gezielte Mobilisationstechniken Verspannungen lösen, die durch die Schonhaltung entstanden sind. So wird das Gelenk wieder freier und beweglicher.
Wenn eine Operation doch sein muss
Bei schweren Verletzungen, wie einem komplett gerissenen Kreuzband oder einer fortgeschrittenen Hüftdysplasie, kommen konservative Methoden an ihre Grenzen. Manchmal ist eine Operation dann die einzige Chance, die Funktion des Gelenks zu retten und dem Hund wieder ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen.
Typische Operationsmethoden sind zum Beispiel:
- TPLO oder TTA: Das sind spezielle Techniken, um ein Knie nach einem Kreuzbandriss wieder zu stabilisieren.
- Hüft-TEP (Totalendoprothese): Hier wird bei schwerer HD ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt.
- Femurkopfresektion: Dabei wird der Oberschenkelkopf entfernt, um die schmerzhafte Reibung im Hüftgelenk zu beenden.
Nach einer OP sind eine liebevolle Nachsorge und eine konsequente Reha mit Physiotherapie absolut entscheidend für den Heilungserfolg.
Langfristige Unterstützung: Management und Fütterung
Egal ob mit oder ohne Operation, zwei Dinge sind für die Gelenkgesundheit Ihres Hundes auf lange Sicht entscheidend: ein gesundes Gewichtsmanagement und die richtigen Nährstoffe.
Jedes einzelne Kilo zu viel auf den Rippen ist eine gewaltige Zusatzlast für die Gelenke. Abnehmen ist oft die wirksamste und zugleich günstigste „Therapie“ überhaupt. Parallel dazu kann man mit speziellen Ergänzungsfuttermitteln einen echten Unterschied machen. Inhaltsstoffe wie Grünlippmuschel, Glucosamin und Chondroitin sind bekannt dafür, den Knorpel zu unterstützen und Entzündungen zu mildern.
Auch neuere Ansätze werden immer wichtiger. Neben den klassischen Schmerzmitteln gibt es mittlerweile auch Injektionen, die direkt ins Gelenk gegeben werden, um die „Schmierung“ zu verbessern und Entzündungen direkt vor Ort zu bekämpfen. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie in unserem Artikel über die Arthrose-Spritze für den Hund, der diese modernen Behandlungsmöglichkeiten genauer beleuchtet.
Häufige Fragen, wenn der Hund hinten rechts humpelt
Wenn Ihr Hund plötzlich das rechte Hinterbein schont, schrillen bei den meisten von uns sofort die Alarmglocken. Verständlich, denn man macht sich Sorgen und fragt sich, was dahintersteckt und was man jetzt am besten tun soll. Keine Sorge, Sie sind nicht allein. Hier finden Sie Antworten auf die drängendsten Fragen, die Hundebesitzer in so einer Situation umtreiben – ganz praxisnah und ohne Fachchinesisch.
Viele Halter sind verunsichert, wie sie die Symptome richtig deuten sollen. Dieser Abschnitt soll Ihnen eine erste Orientierung geben, damit Sie die Lage besser einschätzen und die richtigen Entscheidungen treffen können.
Mein Hund humpelt nur manchmal hinten rechts – ist das schlimm?
Ein gelegentliches Humpeln sollten Sie nie auf die leichte Schulter nehmen. Sehen Sie es als eine Art Warnblinker, der Ihre Aufmerksamkeit erfordert.
Passiert es vor allem direkt nach dem Aufwachen und verschwindet nach ein paar Schritten wieder? Das ist ein ganz klassisches Anzeichen für eine beginnende Arthrose – der sogenannte „Anlaufschmerz“. Wenn Ihr Hund hingegen nur während oder nach dem Toben lahmt, könnte auch eine leichte Zerrung oder eine lockere Kniescheibe (Patellaluxation) dahinterstecken.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis, der Gold wert ist: Zücken Sie Ihr Handy und filmen Sie das Humpeln. In der aufregenden Atmosphäre einer Tierarztpraxis laufen viele Hunde vor lauter Adrenalin plötzlich wieder völlig normal. Ein kurzes Video ist für den Tierarzt eine riesige Hilfe, um das Gangbild richtig zu beurteilen und der Ursache auf die Spur zu kommen.
Auch wenn das Problem nur ab und zu auftritt, zeigt es doch, dass es irgendwo eine Schwachstelle gibt. Lassen Sie es lieber frühzeitig vom Tierarzt abklären. So verhindern Sie, dass aus einem kleinen Wehwehchen ein chronisches, schmerzhaftes Leiden wird.
Welche Hausmittel helfen bei plötzlichem Humpeln wirklich?
Wenn Ihr Hund plötzlich humpelt, ist das beste und sicherste „Hausmittel“ erst einmal absolute Ruhe. Das bedeutet: kein Springen, kein wildes Spielen und die Spaziergänge auf das allernötigste Gassi-Gehen beschränken.
Handelt es sich um eine akute Verletzung wie eine Zerrung mit Schwellung, können Sie in den ersten 24 Stunden gezielt unterstützen.
- Kühlen: In den ersten Stunden nach der Verletzung ist Kälte Ihr bester Freund. Ein Kühlpack, in ein Handtuch gewickelt und für 10-15 Minuten mehrmals täglich auf die betroffene Stelle gelegt, kann Wunder wirken. Es lindert den Schmerz und hilft, die Schwellung in Schach zu halten.
- Wärme: Bei chronischen Geschichten wie Arthrose empfinden viele Hunde Wärme als sehr wohltuend. Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen kann verspannte Muskeln lockern. Aber Achtung: Niemals bei einer akuten Entzündung mit Hitze arbeiten!
Und ein ganz wichtiger Punkt, den man nicht oft genug sagen kann: Geben Sie Ihrem Hund niemals Schmerzmittel aus Ihrer eigenen Hausapotheke! Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin sind für Hunde pures Gift und können zu Organversagen führen. Wenn sich das Humpeln nach einem Tag strenger Schonung nicht deutlich bessert, ist der Weg zum Tierarzt unumgänglich.
Wie kann ich Lahmheit bei meinem Hund vorbeugen?
Eine 100-prozentige Garantie gegen Gelenkprobleme gibt es natürlich nicht. Aber Sie können eine ganze Menge tun, um das Risiko für Ihren Vierbeiner deutlich zu senken. Das Zauberwort heißt Prävention.
Der absolut wichtigste Faktor ist ein gesundes Körpergewicht. Jedes Kilo zu viel auf den Rippen ist eine enorme Belastung für die Gelenke und wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Verschleißerkrankungen wie Arthrose. Eine schlanke Taille ist die beste Versicherung für gesunde Gelenke.
Achten Sie außerdem auf regelmäßige, aber vor allem passende Bewegung. Gut trainierte Muskeln stützen und schützen die Gelenke wie ein natürliches Korsett. Vermeiden Sie abrupte Stopps und schnelle Wendungen, gerade auf rutschigem Boden. Ein kurzes Aufwärmen vor dem Herumtoben kann ebenfalls Zerrungen vorbeugen.
Gerade bei Rassen, die anfällig für Gelenkprobleme sind, oder einfach zur generellen Unterstützung können hochwertige Futterzusätze eine wertvolle Ergänzung sein. Sie liefern wichtige Bausteine für den Gelenkknorpel und die Gelenkschmiere und helfen, alles geschmeidig zu halten.
Die Gelenke proaktiv zu unterstützen, ist einer der besten Wege, um die Beweglichkeit und Lebensfreude Ihres Hundes bis ins hohe Alter zu erhalten. Dr. Wuffy hat eine wissenschaftlich fundierte Gelenkformel entwickelt, die genau hier ansetzt – sei es vorbeugend bei jungen, aktiven Hunden oder als gezielte Unterstützung bei bereits vorhandenen Beschwerden. Entdecken Sie die natürliche Kraft für starke Gelenke auf https://dr-wuffy.de.
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