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Patellaluxation hund gangbild verstehen und behandeln
Patellaluxation hund gangbild verstehen und behandeln
Hüpft Ihr Hund plötzlich auf drei Beinen, nur um einen Moment später wieder völlig normal weiterzulaufen? Dann haben Sie womöglich gerade das klassische Patellaluxation Hund Gangbild beobachtet. Dieses plötzliche, kurze Anheben des Beines ist ein typisches Alarmsignal dafür, dass die Kniescheibe (Patella) kurz aus ihrer Führungsrinne gesprungen ist.
Was eine patellaluxation für das gangbild ihres hundes bedeutet
Stellen Sie sich das Kniegelenk Ihres Hundes einmal bildlich vor: Die Kniescheibe liegt in einer Art Schiene am Oberschenkelknochen und gleitet bei jeder Bewegung darin auf und ab. Bei einer Patellaluxation springt sie sozusagen aus dem Gleis. Das ist für den Hund nicht nur schmerzhaft, sondern blockiert auch das Knie – er kann es nicht mehr richtig durchstrecken.
Als reflexartige Reaktion zieht er das Bein an. Dieses kurze „Hüpfen“ auf drei Beinen ist oft nur von kurzer Dauer. Sobald die Kniescheibe wieder in ihre Rille zurückrutscht, sei es von selbst oder durch eine geschickte Streckbewegung des Hundes, ist der Spuk vorbei. Das Gangbild normalisiert sich schlagartig, als wäre nie etwas gewesen.
Die richtung der luxation ist entscheidend
Interessanterweise ist es kein Zufall, in welche Richtung die Kniescheibe herausspringt. Bei der angeborenen Form, die am häufigsten vorkommt, sprechen die Zahlen eine klare Sprache: In 75 bis 90 Prozent der Fälle handelt es sich um eine mediale Luxation, bei der die Kniescheibe zur Innenseite des Beins (zur Körpermitte hin) springt. Luxationen nach außen (lateral) sind wesentlich seltener. Mehr zu den genauen Ursachen können Sie übrigens auf derhund.de nachlesen.
Verschiedene schweregrade beeinflussen die symptome
Eine Patellaluxation ist nicht gleich Patellaluxation. In der Tiermedizin unterscheiden wir vier Schweregrade, die beschreiben, wie instabil das Gelenk ist und wie oft die Symptome auftreten. Dieser Grad ist entscheidend dafür, wie stark das Gangbild Ihres Hundes beeinträchtigt ist und welche Behandlung am sinnvollsten ist.
Um das Ganze greifbarer zu machen, habe ich die vier Grade in einer Tabelle zusammengefasst.
Die vier schweregrade der patellaluxation im überblick
Diese Tabelle fasst die klinischen Merkmale und typischen Symptome der vier Grade der Patellaluxation zusammen, von gelegentlichem Herausspringen bis zur permanenten Verlagerung.
| Schweregrad | Beschreibung | Typisches Gangbild |
|---|---|---|
| Grad 1 | Die Kniescheibe sitzt normal in der Rinne, kann aber durch gezielten Druck (z. B. vom Tierarzt) herausgedrückt werden. Sie springt sofort von selbst wieder zurück. | Der Hund ist im Alltag meist völlig unauffällig und zeigt keine Lahmheit. |
| Grad 2 | Die Kniescheibe springt gelegentlich von selbst heraus, besonders bei bestimmten Bewegungen. Sie gleitet aber auch von allein wieder zurück in ihre Position. | Das klassische, kurzzeitige „Hüpfen“ auf drei Beinen ist typisch. Zwischen den Episoden läuft der Hund normal. |
| Grad 3 | Die Kniescheibe befindet sich die meiste Zeit außerhalb ihrer Führungsrinne. Sie kann vom Tierarzt noch manuell zurückgeschoben werden, springt aber sofort wieder heraus. | Das Gangbild ist oft dauerhaft verändert. Der Hund läuft mit leicht eingedrehtem Bein oder zeigt eine ständige, leichte Lahmheit. |
| Grad 4 | Die Kniescheibe ist permanent aus der Rinne herausgesprungen und lässt sich auch manuell nicht mehr zurückbewegen. | Der Hund zeigt eine schwere, dauerhafte Lahmheit und kann das Bein oft nicht mehr richtig belasten oder strecken. |
Die Tabelle zeigt deutlich: Was als harmloses Hüpfen beginnt, kann sich zu einem ernsthaften Problem entwickeln.
Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um langfristige Schäden wie Arthrose zu vermeiden. Selbst ein gelegentliches Hüpfen sollte ernst genommen werden, da es auf eine zugrunde liegende Instabilität hinweist, die sich mit der Zeit verschlimmern kann.
Die folgende Infografik verdeutlicht noch einmal sehr schön, wie die Kniescheibe bei den verschiedenen Graden immer weiter ihre Position verliert.

Man sieht hier sehr gut, wie die Stabilität von Grad 1 bis 4 immer weiter abnimmt. Das erklärt auch, warum die Probleme im Gangbild immer deutlicher werden. Diese Anzeichen richtig zu deuten, ist der erste und wichtigste Schritt, um Ihrem Hund zu helfen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Bewegungen Ihres Hundes normal sind, finden Sie in unserem Leitfaden weitere wertvolle Hinweise, wie Sie Gelenkprobleme beim Hund erkennen.
Das Gangbild bei Patellaluxation richtig deuten
Das Gangbild Ihres Hundes ist oft der erste und wichtigste Hinweis, um eine Patellaluxation zu erkennen. Viele Halter halten das typische „Hüpfen“ anfangs für eine niedliche Marotte, doch in Wahrheit ist es ein klares Warnsignal für ein orthopädisches Problem, das man ernst nehmen sollte.
Stellen Sie sich die Kniescheibe (Patella) einfach wie einen Zug vor, der auf einem Gleis fährt. Solange sie sicher in ihrer Führungsrinne am Oberschenkelknochen liegt, läuft alles geschmeidig. Springt die Kniescheibe aber aus diesem Gleis, blockiert die Bewegung schlagartig – der Zug ist entgleist.

Genau diesen Moment können Sie beobachten: Ihr Hund läuft fröhlich, hebt dann plötzlich für ein paar Schritte ein Hinterbein hoch und hoppelt auf drei Beinen weiter. Das ist die direkte Folge der herausgesprungenen Kniescheibe. Sobald sie von selbst wieder an ihren Platz zurückrutscht, setzt er das Bein wieder normal auf und läuft weiter, als wäre nichts gewesen.
Von gelegentlichem Hüpfen zu dauerhafter Lahmheit
Das typische Gangbild bei einer Patellaluxation ist nicht immer gleich. Es verändert sich mit dem Schweregrad der Erkrankung. Je besser Sie das Bewegungsmuster Ihres Hundes beschreiben können, desto gezielter kann Ihr Tierarzt die richtige Diagnose stellen.
Achten Sie mal ganz gezielt auf diese Anzeichen:
- Der klassische „Hopser“: Das kurzzeitige Anheben des Beines passiert meist bei schnellerem Tempo, also im Trab oder beim Toben. Es ist das Paradebeispiel für eine Grad-2-Luxation.
- Vermeidungsverhalten: Zögert Ihr Hund plötzlich, ins Auto zu springen oder die Treppe hochzulaufen? Solche Bewegungen können das Herausspringen der Patella provozieren, was er instinktiv zu vermeiden versucht.
- Auffällige Sitzposition: Manche Hunde strecken das betroffene Bein im Sitzen komisch zur Seite aus. So versuchen sie, den Druck vom Kniegelenk zu nehmen.
Bei höheren Graden der Patellaluxation wird das Gangbild dann leider dauerhaft auffällig.
Bei einer Grad-3- oder Grad-4-Luxation bleibt die Kniescheibe fast die ganze Zeit oder sogar permanent außerhalb ihrer Rinne. Das führt oft zu einer sichtbaren X-Bein-Stellung, einer durchgehenden Lahmheit und einem steifen, unrunden Gang, weil der Hund das Knie nicht mehr richtig durchstrecken kann.
Das Gangbild von anderen Lahmheitsursachen unterscheiden
Natürlich bedeutet nicht jedes Humpeln gleich eine Patellaluxation. Auch eine Pfotenverletzung, ein Kreuzbandriss oder Hüftprobleme können ganz ähnliche Symptome hervorrufen. Der entscheidende Unterschied ist aber oft dieses plötzliche, nur kurz andauernde Hüpfen, auf das wieder eine völlig normale Bewegung folgt.
Wenn Ihr Hund hinten lahmt, machen Sie sich am besten ein paar Notizen: Wann genau tritt das Lahmen auf? Wie lange dauert es an? Wird es nach dem Aufstehen schlimmer? Solche Informationen sind für den Tierarzt Gold wert. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie verschiedene Lahmheitsursachen besser einordnen können, lesen Sie unseren weiterführenden Artikel dazu, was zu tun ist, wenn der Hund hinten lahmt. Ihre genaue Beobachtung ist der erste und wichtigste Schritt, um Ihrem Vierbeiner schnell und richtig zu helfen.
Warum manche Hunde anfälliger für eine Patellaluxation sind
Wenn Sie bei Ihrem Hund dieses typische „Hüpfen“ auf drei Beinen beobachten, fragen Sie sich bestimmt: Warum ausgerechnet mein Vierbeiner? Die Antwort ist selten ein einzelner Grund, sondern meist ein Zusammenspiel aus Genetik, Anatomie und äußeren Umständen.

In den allermeisten Fällen ist die Ursache eine angeborene, also genetische Veranlagung. Das bedeutet, Ihr Hund kam bereits mit anatomischen Besonderheiten zur Welt, die das Knie instabil machen. Als Halter trifft Sie hier also absolut keine Schuld.
Die anatomie hinter dem problem
Stellen Sie sich die Gleitrinne am Oberschenkelknochen, in der die Kniescheibe (Patella) normalerweise hin- und hergleitet, wie eine tiefe Schiene für einen Zug vor. Bei vielen Hunden, die zur Patellaluxation neigen, ist diese Rinne von Geburt an zu flach ausgebildet. Der „Zug“ hat also kaum Führung und kann viel leichter entgleisen.
Oft kommt noch eine leichte Fehlstellung der Knochen hinzu. Ist der Ober- oder Unterschenkelknochen nur minimal verdreht, wirkt sich das auf den Zug der großen Oberschenkelsehne aus, in die die Patella eingebettet ist. Anstatt gerade über das Gelenk zu verlaufen, zieht die Sehne die Kniescheibe permanent zur Seite – und drängt sie so förmlich aus ihrer Bahn.
Diese anatomischen Gegebenheiten sind oft rassetypisch. Die Patellaluxation zählt zu den häufigsten angeborenen Kniegelenkserkrankungen, vor allem bei kleinen Hunderassen. Die ersten Anzeichen können schon bei sehr jungen Hunden im Alter von nur wenigen Monaten auftreten, wie diverse Untersuchungen zeigen. Wenn Sie tiefer in die Materie einsteigen wollen, finden Sie hier interessante Studienergebnisse zur Patellaluxation.
Risikofaktoren, die alles schlimmer machen
Neben der Veranlagung gibt es ein paar Faktoren, die ein bestehendes Problem verschlimmern oder eine Luxation erst auslösen können. Und hier können Sie als Halter direkt ansetzen.
- Übergewicht: Jedes Kilo zu viel ist eine enorme Belastung für die Gelenke. Der erhöhte Druck kann die Instabilität im Knie verstärken und das Herausspringen der Kniescheibe regelrecht provozieren.
- Unfälle oder Verletzungen: Ein unglücklicher Sprung vom Sofa oder ein Sturz beim Spielen kann Bänder und Strukturen rund um das Knie schädigen. So kann auch bei einem Hund ohne Vorbelastung eine erworbene Patellaluxation entstehen.
- Schwache Muskulatur: Eine untrainierte Oberschenkelmuskulatur kann das Kniegelenk nicht ausreichend stabilisieren. Gut ausgebildete Muskeln wirken dagegen wie ein stützendes Korsett und helfen, die Kniescheibe an Ort und Stelle zu halten.
Wichtig zu verstehen ist: Auch wenn die Ursache meist angeboren ist, sind Sie nicht machtlos. Mit einem guten Gewichtsmanagement und gezieltem, moderatem Muskelaufbau können Sie einen riesigen Beitrag leisten, um die Gelenke Ihres Hundes zu stabilisieren und die Symptome deutlich zu lindern.
Besonders kleine und Zwergrassen sind prädestiniert für dieses Problem. Ihr zierlicher Körperbau und bestimmte Zuchtmerkmale machen sie leider besonders anfällig.
Rassen, bei denen Sie besonders wachsam sein sollten:
- Chihuahua
- Yorkshire Terrier
- Zwergspitz (Pomeranian)
- Französische Bulldogge
- Malteser
- Zwergpudel
- Pekinese
Wenn Sie einen Hund einer dieser Rassen haben, ist es umso wichtiger, auf ein auffälliges Patellaluxation Hund Gangbild zu achten und lieber einmal zu früh als zu spät zu reagieren.
Wie der Tierarzt eine Patellaluxation sicher diagnostiziert
Wenn Ihnen das seltsame Hüpfen im Gangbild Ihres Hundes auffällt, ist der Weg in die Tierarztpraxis genau der richtige. Ihre Beobachtungen sind für den Tierarzt Gold wert und der erste, entscheidende Hinweis auf das, was im Kniegelenk los ist. Schildern Sie ihm ganz genau, wann und wie oft das Bein „hängen“ bleibt – jedes Detail zählt.
Der Tierarzt wird sich Ihren Hund erst einmal ganz genau in der Bewegung ansehen. Er lässt ihn ein paar Runden laufen, um sich selbst ein Bild von der Lahmheit und dem typischen Gangbild zu machen.
Die Palpation: Wenn die Hände des Tierarztes fühlen, was los ist
Jetzt kommt der wichtigste Teil der Untersuchung: die sogenannte Palpation. Das ist nichts anderes als ein gezieltes Abtasten des Kniegelenks, während Ihr Hund steht oder liegt. Mit geschulten Griffen und sanftem Druck testet der Tierarzt, wie fest die Kniescheibe in ihrer Gleitrinne am Oberschenkelknochen sitzt.
Dieser einfache Handgriff verrät schon unglaublich viel:
- Lässt sich die Kniescheibe überhaupt aus ihrer Bahn schieben?
- Gleitet sie von allein wieder zurück an ihren Platz?
- Oder ist sie vielleicht schon dauerhaft neben der Spur?
Allein durch dieses Abtasten kann ein erfahrener Tierarzt die Patellaluxation oft schon sicher feststellen und direkt in einen der vier Schweregrade einteilen.
Warum ein Röntgenbild so viel mehr verrät
Auch wenn die manuelle Untersuchung schon sehr klar sein kann, sind Röntgenbilder in den allermeisten Fällen unverzichtbar. Sie gewähren einen wichtigen Blick unter die Haut und zeigen das ganze Ausmaß des Problems – und vor allem auch mögliche Folgen.
Ein Röntgenbild zeigt nicht nur, wo genau die Kniescheibe gerade sitzt, sondern deckt auch auf, ob es bereits knöcherne Veränderungen oder sogar Fehlstellungen am Ober- oder Unterschenkel gibt. Und, was vielleicht noch wichtiger ist: Es macht die Langzeitschäden sichtbar.
Jedes Mal, wenn die Kniescheibe aus ihrer Rinne springt, schabt sie über den empfindlichen Gelenkknorpel. Auf Dauer führt das fast unausweichlich zu Arthrose. Genau diesen Gelenkverschleiß kann das Röntgenbild aufdecken und hilft dem Tierarzt so, die richtige Behandlungsstrategie für Ihren Hund zu finden.
Die Kombination aus Ihrer aufmerksamen Beobachtung, der manuellen Untersuchung und den Bildern aus dem Röntgen liefert am Ende eine wasserdichte Diagnose. Obwohl es in Deutschland keine landesweite Statistik gibt, wissen Tierärzte aus ihrer täglichen Praxis, wie verbreitet das Problem ist – besonders bei kleinen Hunderassen. Das macht zuchthygienische Untersuchungen umso wichtiger. Je nach Schweregrad können die Kosten für eine Operation stark variieren. Wenn Sie tiefer in das Thema eintauchen möchten, finden Sie mehr dazu in diesem detaillierten Artikel über die Patellaluxation bei Hunden.
Mit all diesen Informationen kann der Tierarzt Ihnen eine fundierte Empfehlung geben, ob eine konservative Behandlung noch ausreicht oder ob eine Operation der bessere Weg für Ihren Hund ist. So stellen Sie gemeinsam sicher, dass Ihr Vierbeiner genau die Hilfe bekommt, die er braucht.
Welche Behandlung Ihrem Hund am besten hilft
Nach der Diagnose steht natürlich die eine, alles entscheidende Frage im Raum: Welcher Weg ist jetzt der richtige für meinen Hund? Die gute Nachricht ist, dass es nicht nur die eine Lösung gibt. Die Behandlung richtet sich ganz individuell nach dem Schweregrad der Luxation, aber auch nach dem Alter, dem Gewicht und vor allem danach, wie sehr Ihr Hund unter der Situation leidet.
Diese Entscheidung treffen Sie niemals allein, sondern immer Hand in Hand mit Ihrem Tierarzt. Gemeinsam finden Sie einen Weg, der nicht nur das Problem an der Wurzel packt, sondern Ihrem Vierbeiner langfristig wieder ein unbeschwertes und aktives Leben schenkt.
Konservative Behandlung bei leichteren Fällen
Nicht jeder Hund mit einer lockeren Kniescheibe muss direkt unters Messer. Gerade bei einer Luxation vom Grad 1 und oft auch noch bei Grad 2, also wenn das typische Hüpfen nur ab und zu auftritt, kann ein konservativer Ansatz wahre Wunder wirken.
Stellen Sie sich diesen Weg am besten wie ein maßgeschneidertes Management- und Fitnessprogramm vor. Das oberste Ziel ist es, das Kniegelenk mit allen Mitteln zu stabilisieren, die uns ohne Operation zur Verfügung stehen.
Dabei stützen wir uns auf drei wichtige Säulen:
- Gewichtsmanagement: Das ist vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt. Jedes Gramm zu viel auf den Rippen ist eine unnötige Last für die Gelenke. Ein schlanker Hund hat eine weitaus bessere Prognose, weil der Druck auf die ohnehin schon instabile Kniescheibe deutlich sinkt.
- Muskelaufbau: Eine kräftige Oberschenkelmuskulatur ist wie ein natürliches Stützkorsett für das Knie. Gezielte Bewegung, die genau diese Muskeln stärkt, hilft dabei, die Patella wieder sicherer in ihrer Führungsrinne zu halten.
- Angepasste Bewegung: Wilde Spiele mit abrupten Stopps, schnellen Wendungen oder hohen Sprüngen sind jetzt tabu. Ideal sind stattdessen gleichmäßige Spaziergänge an der Leine auf ebenem Boden. Das kräftigt die Muskulatur, ohne das Gelenk zu überlasten.
Physiotherapie ist ein absoluter Game-Changer in der konservativen Behandlung. Ein guter Therapeut zeigt Ihnen gezielte Übungen, die Sie auch zu Hause machen können, um die Muskulatur gezielt zu stärken und die Koordination Ihres Hundes zu verbessern.
Ein gut durchdachter Plan kann die Symptome oft so weit zurückdrängen, dass der Hund ein völlig normales Leben führen kann. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Physiotherapie für Hunde und passende Übungen.
Wenn eine Operation unumgänglich wird
Bei einer Patellaluxation vom Grad 3 oder 4, bei offensichtlichen Schmerzen oder wenn der konservative Weg einfach nicht zum Erfolg führt, ist eine Operation meist die beste Option. Nur so lässt sich die Lebensqualität des Hundes dauerhaft wiederherstellen. Das Ziel des Eingriffs ist es, die Anatomie des Knies so zu korrigieren, dass die Kniescheibe wieder dauerhaft dort bleibt, wo sie hingehört.
Dafür gibt es verschiedene chirurgische Techniken, die ein erfahrener Chirurg oft auch kombiniert, um das beste Ergebnis zu erzielen. Die häufigsten sind:
- Vertiefung der Gleitrinne (Trochleaplastik): Ist die Führungsrinne im Oberschenkelknochen zu flach, kann der Chirurg sie quasi nachfräsen und vertiefen. Stellen Sie es sich so vor, als würde man einem Zug ein tieferes Gleisbett geben – so hat die Kniescheibe wieder eine sichere Führung.
- Versetzung des Sehnenansatzes (Tuberositas-tibiae-Transposition): Zieht die Patellasehne die Kniescheibe ständig zur Seite, kann der Knochenpunkt, an dem die Sehne am Unterschenkel ansetzt, chirurgisch versetzt werden. Dadurch wird der "Seilzug" begradigt und die Kniescheibe gleitet wieder gerade durch ihre Rinne.
- Weichteilstraffung: Zusätzlich kann das Bindegewebe (die Gelenkkapsel) auf der einen Seite des Knies gerafft und auf der anderen Seite entlastet werden, um die Kniescheibe noch besser in ihrer Position zu halten.
Nach der OP ist eine gewissenhafte Nachsorge das A und O. Kontrollierte Bewegung und Physiotherapie sind entscheidend für einen guten Heilungsverlauf. Ihr Tierarzt wird Ihnen einen genauen Plan an die Hand geben, damit Ihr Hund schon bald wieder schmerzfrei auf allen vier Pfoten durchs Leben toben kann.
Häufig gestellte fragen zur patellaluxation beim hund

Wenn die Diagnose "Patellaluxation" erst einmal im Raum steht und man sich mit den Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt hat, tauchen oft noch eine Menge Fragen auf. Das ist ganz normal. Hier gehen wir auf die häufigsten und dringendsten Anliegen ein, die Hundebesitzer wie Sie in dieser Situation haben.
Wir möchten Ihnen damit schnelle, klare Antworten an die Hand geben, damit Sie die Lage besser einschätzen und die richtigen Entscheidungen für Ihren vierbeinigen Freund treffen können.
Kann sich eine Patellaluxation von selbst wieder bessern?
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Nein, eine anatomisch bedingte Patellaluxation heilt leider nicht von selbst. Die Ursache – also zum Beispiel eine zu flache Gleitrinne im Oberschenkelknochen oder eine leichte Fehlstellung der Beine – verschwindet ja nicht einfach.
Bei einer leichten Luxation (Grad 1) springt die Kniescheibe zwar oft von allein wieder an ihren Platz, und der Hund läuft unauffällig weiter. Das Problem an der Wurzel wird dadurch aber nicht behoben.
Schlimmer noch, mit der Zeit kann sich der Zustand sogar verschlechtern. Jedes Mal, wenn die Kniescheibe aus ihrer Führung springt und wieder zurückrutscht, reibt sie am empfindlichen Gelenkknorpel. Auf Dauer führt das unweigerlich zu schmerzhafter Arthrose. Ohne gezielte Behandlung schreitet dieser Verschleiß also oft unbemerkt voran.
Ist eine Operation bei einer Patellaluxation immer notwendig?
Nicht in jedem Fall. Ob eine OP wirklich nötig ist, hängt ganz stark vom Schweregrad der Luxation und vor allem davon ab, wie sehr der Hund unter den Symptomen leidet.
- Bei Grad 1 und oft auch Grad 2: Wenn Ihr Hund nur ganz selten und kurz humpelt und ansonsten keine Schmerzen zeigt, kann eine konservative, also nicht-operative, Behandlung absolut ausreichen.
- Bei Grad 3 und Grad 4: Ist die Lahmheit dauerhaft, hat der Hund offensichtlich Schmerzen oder ist seine Lebensfreude deutlich eingeschränkt, dann ist eine Operation meist die vernünftigste und fairste Lösung.
Die Entscheidung für oder gegen eine OP sollten Sie niemals allein treffen. Besprechen Sie alles in Ruhe mit Ihrem Tierarzt. Das oberste Ziel ist immer, Ihrem Hund ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen und Spätfolgen wie Arthrose zu vermeiden.
Ein chirurgischer Eingriff packt das Problem an der Wurzel, indem die anatomischen Ursachen korrigiert werden. Das ist die beste Chance auf ein dauerhaft stabiles Kniegelenk.
Was kann ich tun, um meinem Hund nach der Diagnose zu helfen?
Eine ganze Menge! Als Besitzer spielen Sie eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden Ihres Hundes – ganz egal, ob Sie sich für eine konservative Therapie entscheiden oder den Weg einer Operation gehen.
- Gewichtskontrolle: Achten Sie penibel auf eine schlanke Linie. Jedes Gramm zu viel ist eine zusätzliche Last für die Gelenke und kann das Patellaluxation Hund Gangbild deutlich verschlimmern.
- Bewegung mit Köpfchen: Sorgen Sie für regelmäßige, aber moderate Bewegung. Gleichmäßige Spaziergänge auf flachem, weichem Boden sind ideal, um die Muskulatur zu stärken, ohne das Knie zu überlasten.
- Risiken meiden: Versuchen Sie, abrupte Stopps, hohe Sprünge (zum Beispiel aus dem Auto oder vom Sofa) und wilde, schnelle Wendungen zu unterbinden. Das provoziert die Kniescheibe unnötig.
- Gelenke gezielt unterstützen: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über hochwertige Futterzusätze. Inhaltsstoffe wie Grünlippmuschel, Glucosamin und MSM haben sich bewährt und können die Gelenkgesundheit nachweislich fördern.
Wie hoch sind die Kosten für eine Patellaluxation-OP?
Das ist eine der häufigsten Fragen, und die Antwort ist leider nicht pauschal. Die Kosten für eine solche Operation können stark schwanken. Das hängt von vielen Faktoren ab: dem Schweregrad, der genauen OP-Methode, der Erfahrung des Chirurgen, der Klinik selbst und sogar der Region, in der Sie leben.
Als grobe Orientierung können Sie in Deutschland für eine einseitige Operation mit Kosten zwischen etwa 800 und 2.500 Euro rechnen. Normalerweise sind in diesem Preis die Voruntersuchungen, die Narkose, der eigentliche Eingriff und die erste Nachsorge bereits enthalten. Lassen Sie sich aber unbedingt vorher einen detaillierten Kostenvoranschlag geben. Eine gute Hundekrankenversicherung kann hier Gold wert sein und Ihnen helfen, die bestmögliche Versorgung für Ihren Liebling zu sichern.
Um die Gelenke Ihres Hundes optimal zu unterstützen – sei es präventiv, begleitend zur konservativen Therapie oder nach einer Operation – hat Dr. Wuffy eine wissenschaftlich fundierte Gelenkformel entwickelt. Unsere Rezeptur mit bewährten Inhaltsstoffen wie Grünlippmuschel und Glucosamin fördert die Beweglichkeit und stärkt die Gelenke auf natürliche Weise. Schenken Sie Ihrem Hund wieder mehr Lebensfreude. Erfahren Sie mehr auf https://dr-wuffy.de.
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