Symptome Hüftdysplasie Hund: Früherkennung & Tipps

Stellen Sie sich das Hüftgelenk Ihres Hundes einmal bildlich vor: Es funktioniert wie eine perfekt geformte Kugel, die sich reibungslos in einer passgenauen Schale bewegt. Bei einer Hüftdysplasie, kurz HD, ist dieses Zusammenspiel gestört. Die Kugel sitzt nicht mehr fest in ihrer Schale, was zu Instabilität führt. Das Ergebnis ist schmerzhafte Reibung und auf lange Sicht eine schmerzhafte Arthrose. Genau deshalb ist es so wichtig, die Symptome der Hüftdysplasie beim Hund frühzeitig zu erkennen.

Was genau ist eine Hüftdysplasie beim Hund?

Die Hüftgelenksdysplasie gehört zu den häufigsten orthopädischen Problemen, mit denen Hunde zu kämpfen haben. Im Kern handelt es sich um eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die ihre Wurzeln in der Genetik hat und schon im Welpenalter beginnt. Aber die Gene allein erzählen nicht die ganze Geschichte.

Man kann sich die genetische Veranlagung wie einen Samen vorstellen. Ob dieser Samen aufgeht und zu einem ernsthaften Problem heranwächst, hängt entscheidend von äußeren Einflüssen ab – ganz ähnlich wie bei einer Pflanze, die die richtige oder falsche Pflege bekommt. Bei der HD führt diese Fehlbildung dazu, dass der Kopf des Oberschenkelknochens keinen festen, sicheren Halt in der Gelenkpfanne findet.

Genau diese mechanische Instabilität ist das Kernproblem. Bei jeder Bewegung reiben die Gelenkflächen auf eine unnatürliche Weise aneinander. Das nutzt den schützenden Gelenkknorpel ab und provoziert schmerzhafte Entzündungen.

Mit der Zeit versucht der Hundekörper, diese „wackelige“ Situation zu stabilisieren. Er lagert neues Knochenmaterial am Rand des Gelenks an. Was gut gemeint ist, verschlimmert das Problem jedoch nur, da es die Beweglichkeit weiter einschränkt und die Entwicklung einer fortschreitenden Arthrose (Coxarthrose) unaufhaltsam vorantreibt.

Wie äußere Einflüsse die Krankheit verschlimmern können

Während die genetische Veranlagung das Fundament legt, haben Sie als Besitzer direkten Einfluss auf Faktoren, die den Verlauf der Erkrankung maßgeblich prägen. Hier können Sie aktiv werden, um die Lebensqualität Ihres Hundes zu sichern. Die größten Risikofaktoren sind:

  • Zu schnelles Wachstum: Eine zu kalorienreiche Fütterung im Welpenalter kann den Körper geradezu zum Wachsen zwingen. Die Gelenke sind aber noch weich und können mit diesem Tempo nicht mithalten, was zu irreparablen Schäden führt.
  • Übergewicht: Jedes einzelne Kilo zu viel lastet wie ein zusätzlicher Rucksack auf den Hüftgelenken. Der Druck erhöht sich und der Verschleiß des empfindlichen Knorpels wird massiv beschleunigt.
  • Falsche Belastung: Besonders im Junghundalter sind die Gelenke anfällig. Ständiges Springen, abrupte Stopps beim Ballspielen oder zu lange Spaziergänge können die gesunde Entwicklung des Hüftgelenks empfindlich stören.

Dieses Wissen ist Ihr wichtigstes Werkzeug. Es hilft, die erste Angst vor einer Diagnose zu überwinden und gibt Ihnen die Kontrolle zurück. Sie können aktiv dazu beitragen, Ihrem treuen Freund ein langes und möglichst schmerzfreies Leben zu schenken. Der erste und wichtigste Schritt dabei ist, die oft nur schwer erkennbaren Symptome einer Hüftdysplasie beim Hund richtig zu deuten.

Die wichtigsten Symptome der Hüftdysplasie erkennen

Die Anzeichen einer Hüftdysplasie sind oft tückisch, weil sie schleichend beginnen. Viele Hundebesitzer bemerken anfangs nur Kleinigkeiten – Verhaltensänderungen, die man schnell als normale Alterserscheinung oder einfache Müdigkeit abtun könnte. Genau hier liegt aber der Knackpunkt: Wer diese frühen Signale richtig deutet, kann seinem Hund viel Leid ersparen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Fragen Sie sich einmal ganz ehrlich: Zögert Ihr Hund neuerdings, ins Auto zu springen? Macht er einen Bogen um die Treppe, die er früher spielend genommen hat? Solche kleinen Veränderungen im Alltag sind oft die allerersten Hinweise auf Schmerzen oder eine Instabilität in der Hüfte.

Frühe Warnsignale bei jungen Hunden

Gerade bei Welpen und Junghunden sieht das Krankheitsbild oft ganz anders aus als bei ausgewachsenen Tieren. Hier ist es nicht die Arthrose, die Probleme macht, sondern die mechanische Instabilität des lockeren Gelenks.

Ein fast schon klassisches Anzeichen, das aber leider oft falsch interpretiert wird, ist das sogenannte „Bunny Hopping“. Statt die Hinterbeine im schnellen Lauf abwechselnd zu bewegen, stößt der Hund sie gleichzeitig nach vorne – ähnlich wie ein Kaninchen. Mit diesem Trick versucht er, die schmerzhafte Belastung auf die instabilen Gelenke so gering wie möglich zu halten.

Halten Sie außerdem die Augen offen für weitere frühe Anzeichen:

  • Spielunlust: Ihr sonst so verspielter Hund bricht das Toben plötzlich ab oder hat gar keine Lust mehr darauf.
  • Schnelle Ermüdung: Auf Spaziergängen wird er auffallend schnell müde, trödelt hinterher oder legt sich oft hin.
  • Anlaufschwierigkeiten: Nach dem Schlafen oder längeren Liegen wirkt er steif und kommt nur mühsam auf die Beine.

Nehmen Sie solche Beobachtungen bitte ernst. Ausführlichere Informationen dazu, wie Sie die ersten Anzeichen von HD beim Hund sicher erkennen, haben wir in einem separaten Artikel für Sie aufbereitet.

Anzeichen bei erwachsenen Hunden

Bei älteren Hunden hat sich aus der ursprünglichen Instabilität meist schon eine schmerzhafte Arthrose entwickelt. Der Knorpel im Gelenk ist abgenutzt, was zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.

Man unterscheidet oft zwischen der juvenilen Form bei jungen Hunden, die sich durch die lockeren Gelenke (Laxizität) und das typische „Bunny Hopping“ auszeichnet, und der adulten Form. Bei erwachsenen Tieren dominieren die Symptome der fortschreitenden Arthrose, die zu chronischen Bewegungsproblemen führt.

Die folgende Grafik zeigt, wie häufig Hüftdysplasie bei drei beliebten Hunderassen auftritt, die eine genetische Veranlagung dafür haben.

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Die Zahlen machen deutlich: Besonders Halter von Deutschen Schäferhunden sollten wachsam sein, denn hier ist statistisch gesehen etwa jeder fünfte Hund betroffen.

Mit zunehmendem Alter werden die Bewegungsmuster oft auffälliger. Typisch ist ein schwankender oder leicht schlingernder Gang, bei dem das Heck des Hundes hin und her wackelt. Viele Hunde verlagern ihr Gewicht zudem unbewusst nach vorne auf die Vorderbeine. Das Ergebnis: Die Schultermuskulatur wird kräftiger, während man einen deutlichen Muskelabbau an den Hinterbeinen erkennen kann. Dieser Muskelschwund ist ein klares Zeichen dafür, dass der Hund versucht, seine schmerzende Hüfte zu schonen. Manchmal sind sogar leise Klick- oder Knackgeräusche aus dem Hüftbereich zu hören, wenn sich der Hund bewegt.

Frühe und späte Symptome im direkten Vergleich

Diese Tabelle hilft Ihnen, die typischen Anzeichen von HD bei jungen Hunden von den Symptomen bei älteren Hunden mit fortschreitender Arthrose zu unterscheiden.

Symptom-Kategorie Anzeichen bei Junghunden (4-12 Monate) Anzeichen bei erwachsenen und älteren Hunden
Bewegungsmuster „Bunny Hopping“, Passgang (gleiche Beinseite bewegt sich synchron) Schwankender, schlingernder Gang; steife Bewegungen
Aktivität & Ausdauer Plötzliche Spielunlust, schnelle Ermüdung bei Spaziergängen Deutliche Bewegungsunlust, Vermeidung von Treppen oder Sprüngen
Aufstehen & Hinlegen Schwierigkeiten beim Aufstehen nach Ruhephasen, steifer Gang zu Beginn Ausgeprägte Anlaufschwierigkeiten („Einlaufen“ nötig), mühsames Hinlegen
Muskulatur Oft noch unauffällig, eventuell beginnender ungleichmäßiger Aufbau Sichtbarer Muskelabbau an den Hinterbeinen, kräftige Schulterpartie
Schmerzäußerung Oft nur indirekt durch Schonhaltung, selten durch Lautäußerung Deutlichere Schmerzanzeichen, Aufjaulen bei bestimmten Bewegungen

Obwohl die Symptome je nach Alter und Stadium variieren, ist das zugrunde liegende Problem dasselbe. Eine frühzeitige Diagnose ist immer der beste Weg, um Ihrem Hund effektiv zu helfen und seine Lebensqualität langfristig zu sichern.

Ursachen und vermeidbare Risikofaktoren

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Wieso bekommt ein Hund überhaupt eine Hüftdysplasie? Die Wurzel des Problems liegt fast immer in den Genen. Aber das ist nur die halbe Miete. Man kann sich die genetische Veranlagung wie ein Samenkorn vorstellen: Ob dieses Korn am Ende zu einer kranken Pflanze heranwächst, hängt entscheidend davon ab, in welche Erde es fällt und wie es gepflegt wird.

Genau diese „Pflege“ und die Umgebungsbedingungen sind es, die Sie als Halter direkt in der Hand haben. Während Sie gegen die genetische Lotterie nichts ausrichten können, beeinflussen Sie maßgeblich die Faktoren, die über den Ausbruch und den Schweregrad der Krankheit entscheiden.

Die Hüftdysplasie (HD) ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen bei Hunden, besonders bei großen und schweren Rassen. Auch wenn die Vererbung mit 20 bis 40 % eine wichtige Rolle spielt, sind es oft die Umweltfaktoren wie Ernährung und Bewegung, die das Zünglein an der Waage sind. Mehr zu den Hintergründen finden Sie auch in diesem ausführlichen Artikel zur Hüftdysplasie des Hundes auf Wikipedia.

Der Einfluss von Ernährung und Wachstum

Einer der größten Fehler, den man machen kann, ist eine zu energiereiche Fütterung im Welpenalter. Zu viele Kalorien lassen den kleinen Körper förmlich explodieren – ein Turbo-Wachstum, das für die noch weichen, unfertigen Gelenke eine Katastrophe ist.

Stellen Sie sich vor, das Skelett ist noch im Bau, aber das Körpergewicht schießt schon in die Höhe. Der junge Knochenapparat kommt da einfach nicht hinterher. Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf passen nicht mehr perfekt zusammen, was die Instabilität im Gelenk massiv fördert und den Grundstein für eine schmerzhafte Arthrose im Alter legt.

Es geht nicht darum, den Welpen auf Diät zu setzen. Der Schlüssel liegt in einer bedarfsgerechten Fütterung, die ein langsames, gleichmäßiges Wachstum fördert. Für die Gelenke ist hier weniger oft deutlich mehr.

Übergewicht: Eine Last, die Gelenke zermahlt

Ein weiterer kritischer Faktor ist Übergewicht – und zwar in jedem Alter. Jedes Kilo zu viel ist wie ein Rucksack, den Ihr Hund permanent mit sich herumträgt und der unaufhörlich auf die Hüftgelenke drückt. Dieser ständige Druck beschleunigt den Verschleiß des Gelenkknorpels und facht schmerzhafte Entzündungen immer wieder an.

Ein schlanker, gut bemuskelter Hund hat dagegen die besten Karten, eine genetische Veranlagung auszugleichen. Eine kräftige Muskulatur wirkt wie ein natürliches Korsett: Sie stabilisiert das Gelenk, fängt Stöße ab und entlastet es bei jeder Bewegung.

Warum junge Hunde geschont werden müssen

Die Gelenke eines jungen Hundes sind extrem empfindlich. Was für einen ausgewachsenen Hund ein Klacks ist, kann im Wachstum bleibende Schäden hinterlassen. Achten Sie deshalb besonders auf Folgendes:

  • Häufiges Treppensteigen: Die ständige Stoßbelastung beim Auf und Ab ist pures Gift für die sich entwickelnden Hüften.
  • Intensive Ballspiele: Abrupte Stopps, schnelle Sprints und Sprünge belasten die Gelenke aufs Äußerste. Besser sind kontrollierte Spiele.
  • Zu lange Spaziergänge: Die Muskulatur eines Welpen ermüdet schnell. Ist sie erschöpft, werden die Gelenke nicht mehr gestützt und sind jeder Belastung schutzlos ausgeliefert.

Ein vorausschauendes Management dieser Risiken macht einen riesigen Unterschied. In unserem weiterführenden Ratgeber zeigen wir Ihnen ganz konkret, wie Sie einer Hüftdysplasie beim Hund vorbeugen können.

Welche Hunderassen sind besonders anfällig?

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Man könnte meinen, eine Hüftdysplasie kann jeden Hund treffen – und das stimmt im Prinzip auch. Doch in der Praxis sehen wir Tierärzte ganz klar, dass bestimmte Rassen ein deutlich höheres Risiko tragen. Es ist kein Zufall, dass vor allem die großen, schnell wachsenden Hunderassen ganz oben auf der Liste stehen. Ihr Körperbau und die rasante Entwicklung in den ersten Lebensmonaten sind eine echte Belastungsprobe für die Gelenke.

Stellen Sie sich das Skelett eines Welpen einfach wie ein Baugerüst vor, das erst mit der Zeit seine volle Stabilität erreicht. Bei Rassen wie dem Deutschen Schäferhund, Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund oder Rottweiler explodiert das Wachstum förmlich. Das schnell zunehmende Gewicht drückt dabei massiv auf die noch weichen, unreifen Hüftgelenke.

Genau dieser biomechanische Druck ist ein Knackpunkt. Wenn Gelenkpfanne und Oberschenkelkopf nicht hundertprozentig zueinander passen, kann das hohe Körpergewicht diese Fehlstellung noch verstärken. So wird oft schon im Welpenalter der Grundstein für die späteren Symptome der Hüftdysplasie gelegt.

Manche trifft es härter als andere

Die Veranlagung für eine Hüftdysplasie ist bei den einzelnen Rassen extrem unterschiedlich verteilt. Das belegen auch eindrucksvoll statistische Erhebungen aus Deutschland. Bei Untersuchungen zwischen 2006 und 2008 fand man bei manchen Rassen wirklich alarmierende Zahlen: Beim Airedale Terrier waren es 71 % und beim Akita Inu sogar 75 % betroffene Hunde. Auch beim Alaskan Malamute zeigten 64 % der Tiere Anzeichen für eine HD. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig es ist, die eigene Rasse zu kennen, um gezielt vorbeugen zu können. Wer tiefer in die Zahlen eintauchen möchte, findet hier rassespezifische HD-Statistiken in Deutschland.

Die Genetik gibt sozusagen die Spielregeln vor, aber die Haltung entscheidet über den Spielverlauf. Selbst bei einer vorbelasteten Rasse haben Sie es als Halter in der Hand, den Schweregrad der Erkrankung maßgeblich zu beeinflussen.

Warum verantwortungsvolle Zucht der Schlüssel ist

Wegen dieser starken genetischen Komponente kommt den Zuchtverbänden eine enorme Verantwortung zu. Viele Vereine haben das Problem längst erkannt und schreiben für die Zuchtzulassung verpflichtende Röntgenuntersuchungen der Hüften vor. Das bedeutet, nur Hunde, die offiziell als HD-frei oder mit nur ganz leichten Veränderungen eingestuft werden (meist Grad A oder B), bekommen überhaupt eine Zuchterlaubnis.

Mit diesem Vorgehen versucht man, die genetische Belastung innerhalb einer Rasse über Generationen hinweg langsam, aber sicher zu senken. Für Sie als zukünftigen Hundebesitzer heißt das ganz konkret:

  • Augen auf bei der Züchterwahl: Bestehen Sie darauf, die HD-Auswertungen der Elterntiere einzusehen. Ein seriöser Züchter wird Ihnen diese Unterlagen bereitwillig zeigen.
  • Vorsorge ist alles: Auch wenn Sie einen Welpen aus einer nachweislich HD-freien Linie bekommen, sind präventive Maßnahmen das A und O. Dazu gehören vor allem eine angepasste Fütterung im Wachstum und eine gelenkschonende Bewegung.

Das Wissen um die Anfälligkeit bestimmter Rassen sollte Ihnen keine Angst machen. Sehen Sie es vielmehr als Chance, von Anfang an die richtigen Weichen für ein langes und gesundes Hundeleben zu stellen.

So stellt der Tierarzt eine sichere Diagnose

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Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund Anzeichen einer Hüftdysplasie zeigt, ist der Gang zum Tierarzt der einzig richtige und wichtigste Schritt. Eine klare Diagnose ist weit mehr als nur die Bestätigung einer Befürchtung – sie ist das Fundament für einen Behandlungsplan, der die Lebensqualität Ihres vierbeinigen Freundes entscheidend verbessern kann.

Der Weg zur Diagnose folgt dabei bewährten Schritten, die dem Tierarzt helfen, sich ein umfassendes Bild vom Zustand der Gelenke zu machen. Und alles beginnt mit dem, was Sie zu Hause beobachten.

Am Anfang steht immer das Gespräch

Der erste Termin startet in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese. Das klingt kompliziert, ist aber einfach das Gespräch, in dem Sie dem Tierarzt schildern, was Ihnen an Ihrem Hund aufgefallen ist. Seit wann humpelt er? Wann tritt es besonders stark auf? Ist er nach dem Aufstehen steif? Jedes Detail, das Ihnen merkwürdig vorkommt, liefert wertvolle erste Hinweise.

Direkt im Anschluss folgt oft die Gangbildanalyse. Hier bittet der Tierarzt Sie, mit Ihrem Hund ein paar Schritte im Behandlungszimmer oder auf dem Flur zu gehen. Er beobachtet dabei genau, ob der Hund lahmt, einen schwankenden Gang hat oder eine Hinterhand seltsam entlastet.

Die Untersuchung auf dem Tisch: Was die Hände verraten

Als Nächstes kommt die orthopädische Untersuchung. Der Tierarzt wird die Hüftregion sorgfältig abtasten, um Verspannungen in der Muskulatur oder sogar einen Muskelschwund (Atrophie) zu ertasten. Durch vorsichtiges Beugen, Strecken und Drehen der Hinterbeine prüft er die Beweglichkeit der Hüftgelenke und achtet auf jede noch so kleine Schmerzreaktion Ihres Hundes.

Besonders bei jungen Hunden wird oft der sogenannte Ortolani-Test durchgeführt. Mit einem speziellen Griff kann der Tierarzt fühlen, ob der Oberschenkelkopf locker in der Gelenkpfanne sitzt und „herausspringt“. Dieses „Klicken“ ist ein ganz klares Indiz für die Instabilität, die das Kernproblem der HD ist.

Damit dieser Test wirklich aussagekräftig ist, wird er oft unter einer leichten Sedierung (Beruhigungsspritze) gemacht. Ohne die natürliche Anspannung der Muskeln kann der Tierarzt das Gelenk viel besser und für den Hund stressfrei beurteilen.

Warum am Ende nur das Röntgenbild zählt

Die klinische Untersuchung liefert zwar schon starke Verdachtsmomente, doch für eine endgültige und unumstößliche Diagnose ist die Röntgenaufnahme der absolute Goldstandard. Nur auf diesem Bild kann der Tierarzt objektiv sehen, wie stark das Gelenk fehlgebildet ist und ob sich bereits eine Arthrose gebildet hat.

Für ein perfektes Röntgenbild, auf dem die Hüften absolut symmetrisch liegen, ist eine kurze Narkose unerlässlich. Nur so liegt der Hund vollkommen entspannt und gerade, was für eine exakte Beurteilung zwingend notwendig ist.

Auf Basis des Röntgenbildes wird der Befund dann in die offiziellen HD-Grade eingeteilt:

  • Grad A (HD-frei): Das Gelenk ist perfekt ausgebildet, keine Spur einer Dysplasie.
  • Grad B (Übergangsform): Minimale Abweichungen, die aber klinisch noch keine Bedeutung haben.
  • Grad C (Leichte HD): Oberschenkelkopf und Pfanne passen nicht optimal zusammen, eventuell erste, leichte Arthrosezeichen.
  • Grad D (Mittlere HD): Eine klare Fehlstellung des Gelenks mit bereits deutlich sichtbaren Arthroseveränderungen.
  • Grad E (Schwere HD): Das Gelenk ist massiv fehlgebildet und zeigt bereits eine fortgeschrittene, schmerzhafte Arthrose.

Diese Einstufung ist nicht nur eine Zahl auf dem Papier. Sie ist die entscheidende Grundlage für die Wahl der richtigen Therapie und die Prognose für die Zukunft Ihres Hundes.

Wie wir die Hüftdysplasie bei Ihrem Hund behandeln können

Wenn Sie die Diagnose „Hüftdysplasie“ für Ihren Hund erhalten, ist das erst einmal ein Schock. Doch es ist wichtig zu wissen: Das ist keinesfalls das Ende eines glücklichen und aktiven Hundelebens. Die moderne Tiermedizin hat heute eine ganze Reihe an Möglichkeiten, um die Schmerzen zu lindern, das Fortschreiten der Arthrose auszubremsen und Ihrem Hund wieder echte Lebensfreude zu schenken. Welche Behandlung die richtige ist, entscheiden wir immer ganz individuell – abhängig davon, wie stark die HD ausgeprägt ist, wie alt Ihr Hund ist und wie es ihm sonst so geht.

Grundsätzlich haben wir zwei Wege, die wir einschlagen können: die konservative, also nicht-operative Behandlung, und den chirurgischen Eingriff. Am allerbesten funktioniert oft eine Kombination aus verschiedenen Ansätzen. Ein solcher multimodaler Therapieplan ist meist der Schlüssel zum Erfolg.

Die vier Säulen der konservativen Therapie

Bei den meisten Hunden mit leichten bis mittleren Symptomen, oder wenn eine OP aus anderen Gründen nicht möglich ist, starten wir mit der konservativen Therapie. Man kann sie sich wie ein stabiles Haus vorstellen, das auf vier entscheidenden Säulen ruht, die sich gegenseitig stützen.

  1. Das A und O: Gewichtsmanagement: Jedes einzelne Gramm Übergewicht drückt gnadenlos auf die ohnehin schon schmerzenden Hüften. Eine konsequente Gewichtskontrolle oder -reduktion ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die Sie für Ihren Hund ergreifen können. Das entlastet die Gelenke sofort spürbar.
  2. Bewegung ja, aber richtig: Eine starke Muskulatur ist wie ein natürliches Stützkorsett für das instabile Gelenk. Gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Training auf dem Unterwasserlaufband oder kontrollierte, gleichmäßige Spaziergänge sind dafür ideal. Ruckartige Bewegungen wie beim Ball- oder Stöckchenwerfen sollten Sie hingegen unbedingt vermeiden.
  3. Gezielte Schmerztherapie: Entzündungshemmende Schmerzmittel (sogenannte NSAIDs) sind oft unerlässlich, um den Teufelskreis aus Schmerz und Entzündung zu durchbrechen. Erst wenn der Schmerz nachlässt, kann sich Ihr Hund wieder besser bewegen. Moderne Ansätze wie die Lasertherapie können zusätzlich helfen, Entzündungen zu lindern und die Heilung im Gewebe anzukurbeln.
  4. Unterstützung aus dem Futternapf: Bestimmte Nährstoffe können einen echten Unterschied machen. Futterzusätze mit Grünlippmuschelextrakt, Glucosamin, Chondroitin und Omega-3-Fettsäuren haben sich bewährt. Sie nähren den Gelenkknorpel und helfen dabei, entzündliche Prozesse im Körper zu mildern.

Physiotherapie ist dabei oft ein zentraler Baustein. Ein guter Therapeut baut nicht nur gezielt die richtigen Muskeln auf, sondern löst auch schmerzhafte Verspannungen, die durch die ständige Schonhaltung entstehen. Mehr dazu und praktische Anleitungen finden Sie in unserem umfassenden Ratgeber zur Physiotherapie für Hunde und passende Übungen.

Wenn eine Operation die beste Lösung ist

Manchmal kommen wir an einen Punkt, an dem die konservativen Maßnahmen einfach nicht mehr ausreichen. Wenn die Schmerzen zu stark werden oder die HD von vornherein sehr schwer ausgeprägt ist, kann eine Operation die beste Chance auf ein dauerhaft schmerzfreies Leben sein. Welche OP-Methode infrage kommt, hängt stark vom Alter Ihres Hundes und dem Zustand des Gelenks ab.

Die gängigsten Operationen sind:

  • Femurkopfresektion (FKR): Hierbei wird der schmerzverursachende Oberschenkelkopf entfernt. Der Körper bildet dann von selbst ein sogenanntes „Scheingelenk“ aus stabilem Bindegewebe, das eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht. Diese Methode ist vor allem für kleinere und leichtere Hunde eine gute Option.
  • Dreifache Beckenosteotomie (TPO): Ein Eingriff, der nur bei jungen Hunden ohne bestehende Arthrose durchgeführt wird. Dabei wird der Beckenknochen so korrigiert, dass die Gelenkpfanne den Oberschenkelkopf wieder besser „überdacht“. Das sorgt für die nötige Stabilität und verhindert das Fortschreiten der Erkrankung.
  • Künstliches Hüftgelenk (Totalendoprothese, TEP): Das ist der Goldstandard bei schwerer HD mit bereits fortgeschrittener Arthrose. Hierbei wird das kaputte Gelenk komplett durch eine Prothese ersetzt. Das Ergebnis ist in den allermeisten Fällen eine vollständige Schmerzfreiheit und eine ganz normale Beweglichkeit.

Häufig gestellte Fragen zur Hüftdysplasie

Wenn beim eigenen Hund die Diagnose Hüftdysplasie im Raum steht, wirft das natürlich unzählige Fragen auf. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst, um Ihnen in dieser Situation mehr Klarheit und Sicherheit zu geben.

Lässt sich eine Hüftdysplasie heilen?

Diese Frage stellen sich wohl die meisten Hundebesitzer zuerst. Leider müssen wir ehrlich sein: Eine Hüftdysplasie ist eine fortschreitende Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. Die Fehlbildung im Gelenk bleibt ein Leben lang bestehen.

Das klingt erst einmal niederschmetternd, aber das Ziel aller Behandlungen ist es, die Symptome in den Griff zu bekommen, die Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der fast unvermeidlichen Arthrose so lange wie möglich aufzuhalten. Mit einem guten Plan und der richtigen Unterstützung kann Ihr Hund trotzdem ein glückliches und lebenswertes Leben führen.

Ab welchem Alter zeigen Hunde die ersten Symptome?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt stark vom Schweregrad der Dysplasie ab. Manche Hunde zeigen schon sehr früh, oft im Alter von nur vier bis zwölf Monaten, erste Auffälligkeiten. Typisch für junge Hunde ist eine spürbare Instabilität im Gelenk oder ein seltsames Gangbild, wie das charakteristische „Hasenhüpfen“.

Bei vielen anderen Hunden fallen die Symptome der Hüftdysplasie aber erst im mittleren oder sogar fortgeschrittenen Alter auf. Meist ist das der Zeitpunkt, an dem die schmerzhafte Arthrose bereits eingesetzt hat und für sichtbare Beschwerden sorgt.

Wichtig zu wissen: Sowohl die Gelenkinstabilität bei jungen Hunden als auch die spätere Arthrose verursachen Schmerzen. Ihr Hund wird das aber vielleicht nicht durch lautes Winseln zeigen, sondern eher durch subtile Verhaltensänderungen. Vielleicht hat er einfach keine Lust mehr auf lange Spaziergänge oder zögert beim Einsteigen ins Auto.

Kann man einer Hüftdysplasie vorbeugen?

Einer rein genetischen Veranlagung kann man natürlich nicht vorbeugen – die ist sozusagen in den Genen verankert. Trotzdem haben Sie als Halter einen enormen Einfluss darauf, ob und wie stark die Krankheit ausbricht. Alles beginnt schon bei der Auswahl des Züchters, der auf gesunde Elterntiere achten sollte.

Danach liegen die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen in Ihrer Hand:

  • Gewichtskontrolle: Übergewicht ist Gift für die Gelenke, besonders während der Wachstumsphase. Jedes Gramm zu viel belastet die Hüfte unnötig.
  • Angepasste Fütterung: Achten Sie auf ein langsames und gesundes Wachstum. Ein Zuviel an Kalorien kann das Knochenwachstum beschleunigen und die Gelenke überfordern.
  • Gelenkschonende Bewegung: Verzichten Sie bei Welpen und Junghunden auf abrupte Stopps, hohe Sprünge (z. B. aus dem Auto) und exzessives Treppensteigen.

Indem Sie diese Faktoren aktiv steuern, können Sie den Schweregrad der Erkrankung maßgeblich zum Positiven beeinflussen und Ihrem Hund viel Leid ersparen.


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