Übergewicht beim Hund erfolgreich bekämpfen

Ganz ehrlich, viele von uns sind sich unsicher: Hat mein Liebling vielleicht doch ein paar Gramm zu viel auf den Rippen? Übergewicht beim Hund ist aber weit mehr als nur ein kleiner Schönheitsmakel. Es schleicht sich oft ganz unbemerkt in den Alltag ein, und der reine Blick auf die Waage verrät nur die halbe Wahrheit.

Ist mein Hund zu dick? So erkennen Sie die Anzeichen

Die Zahl, die die Waage anzeigt, ist ein Anhaltspunkt, aber längst nicht alles. Viel aussagekräftiger ist der sogenannte Body Condition Score (BCS). Keine Sorge, das klingt komplizierter, als es ist! Stellen Sie es sich einfach wie einen liebevollen „Figur-Check“ für zu Hause vor, bei dem Sie mit den Händen sehen und mit den Augen fühlen.

Der Rippen-Test: Ein einfacher Griff mit großer Wirkung

Bei einem Hund mit Idealgewicht spürt man die Rippen unter einer dünnen Fettschicht. Fahren Sie einfach mal mit sanftem Druck über den Brustkorb Ihres Hundes. Fühlen sich die Rippen so an wie die Knöchel auf Ihrem Handrücken, wenn Sie eine lockere Faust machen? Perfekt! Sie sind spürbar, aber nicht scharfkantig und auch nicht unter einer dicken Speckschicht versteckt.

Merke: Wenn Sie die Rippen kaum oder gar nicht mehr fühlen können, ist das ein klares Alarmsignal. Dieses zusätzliche Fettgewebe erschwert nicht nur die Atmung, sondern belastet den gesamten kleinen Körper.

Taille und Bauchlinie: Der Blick von oben und von der Seite

Jetzt wechseln wir die Perspektive. Schauen Sie sich Ihren Hund einmal von oben an. Sehen Sie hinter dem Brustkorb eine deutliche Einkerbung, so etwas wie eine Sanduhr-Form? Diese Taille sollte gut zu erkennen sein.

Von der Seite betrachtet, sollte die Bauchlinie von den Rippen zur Hüfte hin leicht ansteigen. Ein gerader oder sogar hängender Bauch ist kein gutes Zeichen.

  • Sichtbare Taille: Ein super Indikator für ein gesundes Gewicht.
  • Fehlende Taille: Wirkt der Rücken eher breit und gerade, fast wie eine Wurst? Das deutet auf überschüssiges Fett hin.
  • Ansteigende Bauchlinie: Der Bauch sollte hinter dem Brustkorb sichtlich „hochgezogen“ sein.

Dieser schnelle visuelle Check hilft ungemein, den Körperbau objektiv einzuschätzen. Die folgende Infografik fasst diesen Figur-Check für Hunde noch einmal schön zusammen und zeigt, worauf es bei Rippen, Taille und Bauchlinie ankommt.

Infographic about übergewicht beim hund

Wie die Grafik zeigt, ist eine klar definierte Körperform mit tastbaren Rippen, sichtbarer Taille und ansteigender Bauchlinie genau das, was wir anstreben.

Um Ihnen die Einschätzung zu erleichtern, haben wir den Body Condition Score in einer einfachen Tabelle zusammengefasst. Damit können Sie den Zustand Ihres Hundes schnell und unkompliziert bewerten.

Body Condition Score (BCS) für Hunde vereinfacht erklärt

BCS-Stufe (1-5 Skala) Rippen & Taille Bewertung
1 - Stark untergewichtig Rippen, Beckenknochen & Wirbelsäule deutlich sichtbar. Kein Fett spürbar. Ihr Hund ist zu dünn und benötigt mehr Nährstoffe. Tierarzt aufsuchen!
2 - Untergewichtig Rippen leicht sichtbar, gut fühlbar. Taille sehr ausgeprägt. Etwas mehr Futter könnte nicht schaden.
3 - Idealgewicht Rippen leicht fühlbar, nicht sichtbar. Taille von oben klar erkennbar. Perfekt! Gewicht halten und weiter so.
4 - Übergewichtig Rippen nur mit Druck fühlbar. Taille kaum noch zu sehen. Achtung, hier sind schon zu viele Polster vorhanden. Zeit zu handeln.
5 - Stark übergewichtig (fettleibig) Rippen nicht mehr fühlbar. Keine Taille, Bauch hängt. Deutliches Übergewicht. Eine Diät unter tierärztlicher Aufsicht ist dringend nötig.

Diese Tabelle dient als Leitfaden. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie immer Ihren Tierarzt um Rat.

Ein Problem, das viele betrifft

Frühzeitiges Erkennen ist so wichtig, denn Übergewicht bei Hunden ist in Deutschland ein Riesenproblem. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass 44 bis 50 Prozent – also fast jeder zweite Hund – zu schwer sind. Schon 10 % über dem Idealgewicht gelten als Übergewicht.

Das Tückische daran ist, dass viele Besitzer die Situation falsch einschätzen und ihren Hund trotz deutlicher Anzeichen noch als normalgewichtig ansehen. Wenn Sie tiefer in das Thema eintauchen möchten, können Sie mehr über die Verbreitung von Übergewicht bei Hunden erfahren.

Warum Übergewicht die Lebensqualität Ihres Hundes bedroht

Die paar Kilo zu viel auf den Rippen Ihres Hundes sind leider weit mehr als ein kleiner Schönheitsfehler. Man übersieht sie leicht, aber sie sind eine echte, schleichende Gefahr, die eine ganze Kettenreaktion im Körper auslöst. Das Übergewicht beim Hund belastet nicht nur die Gelenke, sondern schadet dem gesamten Organismus und raubt Ihrem Vierbeiner Stück für Stück die Lebensfreude.

Stellen Sie es sich einmal so vor: Ihr Hund schleppt tagein, tagaus einen schweren Rucksack mit sich herum. Jeder Schritt, jeder Sprung, ja sogar das gemütliche Aufstehen wird zu einer echten Kraftanstrengung. Genau das passiert, wenn ein Hund zu viel wiegt. Die Gelenke stehen unter Dauerstress, was den Knorpelverschleiß enorm beschleunigt.

Gelenke und Knochen: Eine stumme Überlastung

Diese ständige Überbeanspruchung ist einer der häufigsten Auslöser für schmerzhafte Gelenkerkrankungen. Oft ist eine frühzeitige Arthrose die bittere Konsequenz, die zu chronischen Schmerzen und steifen Bewegungen führt. Plötzlich zögert Ihr einst so verspielter Hund, meidet die Treppe oder hat sichtlich Mühe, nach einem Schläfchen wieder auf die Beine zu kommen.

Ein Hund, der sich nur noch unter Schmerzen bewegen kann, verliert ein riesiges Stück Lebensqualität. Die pure Freude am Herumtoben und an langen Spaziergängen weicht einer stillen Trägheit.

Wenn Sie sich Sorgen um die Gelenkgesundheit Ihres Hundes machen, finden Sie wertvolle Informationen in unserem Artikel über Arthrose beim Hund, ihre Symptome, Ursachen und was wirklich hilft.

Mehr als nur Fett – eine Gefahr für die Organe

Aber die Belastung hört nicht bei den Gelenken auf. Überschüssiges Fettgewebe ist kein passiver Speicher, sondern verhält sich im Körper wie ein eigenständiges Organ. Es produziert laufend entzündungsfördernde Stoffe, die den gesamten Organismus in einen Zustand chronischer Entzündung versetzen. Das schwächt auf Dauer das Immunsystem und macht Ihren Hund anfälliger für alle möglichen Krankheiten.

Gleichzeitig geraten die lebenswichtigen Organe massiv unter Druck. Das Herz muss viel härter pumpen, um das zusätzliche Körpergewicht mit Blut zu versorgen – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck steigt dadurch dramatisch an. Auch die Lunge wird eingeengt, was zu Kurzatmigkeit und schlechterer Ausdauer führt. Die Leber kann verfetten und ihre Funktion einbüßen, und auch die Gefahr, an Diabetes mellitus zu erkranken, wächst rasant.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Studien belegen, dass etwa 30 bis 50 Prozent aller Hunde in Deutschland zu dick sind. Dieses Übergewicht ist direkt mit einer langen Liste an Folgeerkrankungen verknüpft. Zu den häufigsten Problemen zählen Bluthochdruck, Diabetes, Gelenkerkrankungen und Atembeschwerden – allesamt Zustände, die die Lebensqualität massiv einschränken.

Jedes Kilo zu viel ist also nicht einfach nur Ballast. Es ist eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit, das Wohlbefinden und letztendlich auch für die Lebenserwartung Ihres treuen Freundes.

Wo die zusätzlichen Kilos wirklich herkommen

Die paar Kilo zu viel auf den Rippen Ihres Hundes haben selten nur eine einzige Ursache. Meistens ist es eine schleichende Entwicklung, eine Summe aus vielen kleinen Gewohnheiten, die am Ende das Übergewicht beim Hund zur Folge haben. Die einfache Formel „zu viel Futter, zu wenig Bewegung“ ist da oft nur die halbe Wahrheit, denn die wahren Gründe sind meist vielschichtiger.

Um das Problem bei der Wurzel zu packen, müssen wir erst einmal die versteckten Kalorienbomben im Alltag aufspüren. Ein kleines Stück Käse vom Frühstückstisch hier, ein Restchen Wurst vom Abendbrot da – das wirkt auf den ersten Blick harmlos. Aber für einen kleinen Hund mit 10 Kilogramm Körpergewicht kann ein einziges Würstchen schon ein Viertel seines Tagesbedarfs an Energie ausmachen. Das ist ungefähr so, als würden wir uns mal eben einen ganzen Burger als kleinen Snack genehmigen.

Ein Labrador schaut bettelnd am Esstisch hoch

Mehr als nur der Futternapf

Neben den ganz offensichtlichen Kalorien aus den Hauptmahlzeiten und den Leckerlis spielen noch andere Faktoren eine entscheidende Rolle – und die werden gerne mal übersehen. Ein ehrlicher Blick auf die Lebensumstände Ihres Hundes ist hier der erste und wichtigste Schritt.

  • Genetische Veranlagung: Machen wir uns nichts vor: Bestimmte Rassen haben einfach eine stärkere Tendenz, zuzunehmen. Labradore, Golden Retriever, Beagles oder auch Möpse bringen oft von Natur aus einen gesegneten Appetit mit und ihr Stoffwechsel ist darauf getrimmt, Kalorien besonders gut zu speichern.
  • Kastration: Nach einer Kastration stellt sich der Hormonhaushalt komplett um. Der Stoffwechsel wird merklich langsamer, gleichzeitig aber steigt oft der Appetit. Das ist eine gefährliche Mischung, die ohne eine konsequente Anpassung der Futtermenge fast unweigerlich zu mehr Gewicht führt.
  • Alter: Genau wie bei uns Menschen verlangsamt sich auch bei Hunden im Alter der Stoffwechsel. Sie werden gemütlicher, bewegen sich weniger und der tägliche Energiebedarf sinkt. Die Futterportion, die für den jungen Wirbelwind noch perfekt war, ist für den Senior schnell zu viel des Guten.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass nicht nur die reine Futtermenge, sondern auch die Lebensphase eine Rolle spielt. Ein Senior-Hund hat eine völlig andere Kalorienbilanz als ein aktiver Junghund derselben Rasse.

Die Rolle des Umfelds und unserer Gewohnheiten

Seien wir ehrlich: Auch unser eigenes Verhalten hat einen riesigen Einfluss. Geben wir bei jedem treuherzigen Blick vom Tellerrand nach? Belohnen wir vielleicht sogar unerwünschtes Verhalten unbewusst mit einem Leckerli? Diese Gewohnheiten ehrlich zu hinterfragen, ist der erste Schritt, um die Spirale des Übergewichts zu durchbrechen und Ihrem Hund wieder zu einem leichteren, gesünderen Leben zu verhelfen.

Jeder Hund ist anders. Was für den einen funktioniert, ist für den anderen vielleicht der falsche Weg. Genau deshalb ist es so wichtig, die ganz individuellen Ursachen für das Übergewicht beim Hund zu finden, bevor man einen Diätplan aufstellt. Nur wenn Sie wissen, an welchen Stellschrauben Sie drehen müssen, können Sie auch nachhaltig etwas verändern.

Der richtige Ernährungsplan für eine gesunde Gewichtsabnahme

Der Weg zum Idealgewicht Ihres Hundes führt über einen durchdachten Ernährungsplan. Radikale Nulldiäten sind dabei ein absolutes No-Go. Sie sind nicht nur frustrierend, sondern können der Gesundheit Ihres Vierbeiners ernsthaft schaden. Viel besser ist eine sanfte, aber konsequente Anpassung der Fütterung – das ist der Schlüssel zu einem Erfolg, der auch wirklich anhält.

Die große Frage, die sich viele Hundebesitzer stellen: Soll ich einfach weniger vom gewohnten Futter geben oder lieber auf ein spezielles Diätfutter umsteigen? Beide Wege können zum Ziel führen, die richtige Wahl hängt aber ganz von der Situation Ihres Hundes ab.

Futtermenge reduzieren oder Diätfutter nutzen

Bei nur ein paar Pfund zu viel kann es oft schon ausreichen, die Portionen des aktuellen Futters langsam und schrittweise zu verkleinern. Das ist die einfachste Methode. Der große Vorteil: Ihr Hund kennt und liebt sein Futter, die Umstellung verläuft also ganz ohne Stress.

Passen Sie aber auf: Wenn Sie die Futtermenge zu stark drosseln, kann es zu einem Nährstoffmangel kommen. Ihr Hund bekommt dann zwar weniger Kalorien, aber eben auch weniger lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe.

Hier kommt spezielles Diätfutter ins Spiel. Es ist so formuliert, dass es bei weniger Kalorien trotzdem den kompletten Nährstoffbedarf deckt. Oft stecken auch mehr Ballaststoffe darin – die machen länger satt und bringen die Verdauung in Schwung.

Die goldene Regel: Die Futtermenge richtig berechnen

Einer der häufigsten Fehler bei der Gewichtsreduktion ist die falsche Berechnung der Futtermenge. Viele orientieren sich am aktuellen, zu hohen Gewicht ihres Hundes. Das ist aber genau verkehrt.

Die Futterportion muss immer auf das Zielgewicht ausgelegt sein. Nur so schaffen Sie das nötige Kaloriendefizit, damit die Pfunde gesund purzeln können. Ein Tierarzt kann Ihnen dabei helfen, das Idealgewicht zu bestimmen und die perfekte Kalorienmenge für den Start zu berechnen.

Am besten funktioniert eine Kombination aus moderat reduzierten Kalorien und mehr Bewegung. Gleichzeitig spielt die Qualität des Futters eine riesige Rolle. Hochwertiges Futter mit wenig unnötigen Füllstoffen und einem angepassten Kaloriengehalt macht die Gewichtskontrolle deutlich einfacher. Was Sie dabei auf keinen Fall vergessen dürfen, sind die Kalorien aus Leckerlis und Snacks – diese kleinen Sünden können den Diäterfolg schnell zunichtemachen.

Der richtige Umgang mit Leckerlis

Leckerlis sind die heimlichen Saboteure jeder Diät. Ein kleines Stückchen Käse zwischendurch mag harmlos wirken, aber für einen kleinen Hund kann das schon die Kalorienmenge einer halben Mahlzeit haben.

Verbannen Sie die üblichen, kalorienreichen Snacks aus dem Schrank und greifen Sie stattdessen zu gesunden Alternativen. Diese Optionen sind nicht nur kalorienarm, sondern liefern auch noch wertvolle Nährstoffe:

  • Karottenstücke: Knackig, süß und voller Vitamine.
  • Gurkenscheiben: Super erfrischend und bestehen fast nur aus Wasser – kaum Kalorien.
  • Apfelstücke (ohne Kerne): Eine fruchtige Belohnung, die wertvolle Ballaststoffe liefert.
  • Brokkoliröschen (leicht gedünstet): Nährstoffreich und gut für die Verdauung.

Der Trick dabei ist, jede Belohnung in den täglichen Kalorienplan mit einzubeziehen. Ziehen Sie die Kalorien der Snacks einfach von der Hauptmahlzeit ab, um die Energiebilanz im Lot zu halten.

Eine durchdachte, nährstoffreiche Ernährung kann übrigens noch mehr: Sie hilft, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren, die durch Übergewicht oft angefacht werden. In unserem Leitfaden erfahren Sie mehr über entzündungshemmende Ernährung für Hunde. So unterstützen Sie nicht nur die Gewichtsabnahme, sondern fördern die Gesundheit Ihres Hundes auf ganzer Linie.

Gesunde Leckerli-Alternativen für Hunde

Leckerlis müssen nicht gestrichen werden, aber die Wahl der richtigen Snacks kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Hier ist ein kleiner Vergleich, der zeigt, wie einfach Sie Kalorien sparen können.

Herkömmlicher Snack Durchschnittliche Kalorien Gesunde Alternative Durchschnittliche Kalorien
1 kleines Stück Käse (10g) ca. 40 kcal 1 Karotte (mittelgroß) ca. 25 kcal
1 Schweineohr (klein) ca. 150-200 kcal 1/2 Apfel (ohne Kerne) ca. 40 kcal
5-6 Standard-Trainingsleckerlis ca. 20-30 kcal 1 Handvoll Gurkenstücke ca. 5 kcal
1 Würstchen (klein) ca. 80 kcal Gedünstete Brokkoliröschen ca. 10 kcal

Wie Sie sehen, lässt sich mit cleveren Alternativen eine Menge einsparen, ohne dass Ihr Hund auf seine geliebte Belohnung verzichten muss.

Ein Bewegungsprogramm, das wirklich funktioniert

Die richtige Ernährung ist nur die halbe Miete, wenn es darum geht, die überflüssigen Pfunde Ihres Hundes loszuwerden. Die andere, mindestens genauso wichtige Hälfte ist die richtige Bewegung. Aber Achtung: Hier ist mehr nicht automatisch besser. Ein übergewichtiger Hund ist kein Leistungssportler, und ein zu hartes Training kann die ohnehin schon stark beanspruchten Gelenke überfordern. Im schlimmsten Fall richtet es mehr Schaden an, als es nützt.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie müssten völlig untrainiert einen Marathon laufen – eine ziemlich schmerzhafte Idee, oder? Genau so fühlt es sich für Ihren Hund an, wenn Sie von null auf hundert durchstarten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt deshalb in einem sanften, motivierenden und vor allem gelenkschonenden Aufbau.

Ein glücklicher Hund schwimmt in einem See und holt einen Ball

Sanfter Einstieg für gesunde Gelenke

Harter Asphalt ist pures Gift für die Gelenke eines Hundes mit Übergewicht. Jeder Schritt verursacht eine enorme Stoßbelastung. Fangen Sie stattdessen mit Aktivitäten an, die die Gelenke schonen und die Muskulatur ganz sanft wieder aufbauen.

  • Schwimmen oder Wassertherapie: Im Wasser ist Ihr Hund quasi schwerelos. Diese Art der Bewegung trainiert die Muskeln unheimlich effektiv, ohne die Gelenke zu belasten – absolut ideal für den Anfang.
  • Spaziergänge auf weichem Boden: Gehen Sie lieber in den Wald, über eine Wiese oder an einen Sandstrand. Diese Untergründe federn die Schritte ab und schonen den gesamten Bewegungsapparat.
  • Lieber kurz und öfter: Statt einer langen, zermürbenden Runde sind mehrere kurze Spaziergänge über den Tag verteilt viel besser, um die Kondition langsam und stetig zu steigern.

Starten Sie mit dem, was Ihr Hund schafft – nicht mit dem, was ein topfitter Hund leisten könnte. Schon 15-20 Minuten sanfte Bewegung, zwei- bis dreimal am Tag, können einen riesigen Unterschied machen.

Mehr als nur Gassi gehen

Immer nur die gleiche Runde zu drehen, wird schnell langweilig – für Sie und erst recht für Ihren Hund. Bringen Sie Abwechslung ins Spiel! Das hält nicht nur die Motivation oben, sondern fordert Ihren Vierbeiner auch geistig. So wird Bewegung wieder zu etwas, worauf er sich freut, und nicht zu einer lästigen Pflicht.

Kleine Spiele lassen sich wunderbar in den Alltag einbauen und verbrennen nebenbei Kalorien, ohne sich wie anstrengender Sport anzufühlen.

  • Suchspiele im Garten: Verstecken Sie ein paar kalorienarme Leckerlis oder das Lieblingsspielzeug und lassen Sie ihn schnüffeln. Das beschäftigt die Nase und hält ihn ganz nebenbei in Bewegung.
  • Entspanntes Apportieren: Werfen Sie den Ball nicht zu weit und geben Sie Ihrem Hund Zeit, ihn in seinem eigenen Tempo zurückzubringen. Kurze Distanzen auf weichem Untergrund sind hier perfekt.

Das Wichtigste ist, das Pensum ganz langsam zu steigern. Beobachten Sie Ihren Hund ganz genau. Hechelt er stark oder zeigt er Anzeichen von Schmerzen? Dann ist es Zeit für eine Pause. Ein durchdachtes Programm stärkt nicht nur Muskeln und Ausdauer, sondern auch die Bindung zwischen Ihnen beiden. Suchen Sie noch Inspiration für gezielte Übungen? In unserem Artikel finden Sie wertvolle Anleitungen zur Physiotherapie für Hunde und passende Übungen.

Ihr Aktionsplan für einen gesunden und fitten Hund

Der Weg zu einem leichteren Hundeleben ist kein Sprint, sondern eher eine gemeinsame, schöne Wanderung. Stellen Sie sich das Ganze nicht als riesigen Berg vor, sondern als eine Reihe kleiner, machbarer Schritte, die Sie zusammen gehen. Um das Übergewicht bei Ihrem Hund in den Griff zu bekommen, brauchen Sie vor allem drei Dinge: Geduld, Konsequenz und eine gute tierärztliche Begleitung.

Dieser Plan soll Ihnen als eine Art persönliche Checkliste dienen, mit der Sie sofort starten können. Jeder einzelne Punkt ist ein wichtiger Baustein, um die Lebensqualität Ihres vierbeinigen Freundes spürbar und dauerhaft zu verbessern.

Die entscheidenden Schritte zum Erfolg

Alles beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Wiegen allein reicht oft nicht aus. Nutzen Sie den Body Condition Score, um wirklich objektiv zu beurteilen, wie es um die Figur Ihres Hundes steht. Das ist Ihr Startpunkt, von dem aus Sie alles Weitere planen.

Und dann kommt der wohl wichtigste Schritt: das Gespräch mit Ihrem Tierarzt.

Ein Tierarzt kann nicht nur medizinische Ursachen für das Übergewicht ausschließen, sondern hilft Ihnen auch dabei, ein realistisches und vor allem gesundes Zielgewicht festzulegen. Dieser professionelle Blick von außen ist Gold wert und schützt Ihren Hund vor einer zu radikalen Diät.

Sobald das Ziel klar definiert ist, geht es an die praktische Umsetzung. Jetzt erstellen Sie einen maßgeschneiderten Ernährungs- und Bewegungsplan, der wirklich zu Ihrem Hund passt – zu seinem Alter, seiner Rasse und seiner aktuellen Kondition.

Ihr Fahrplan für die kommenden Wochen

  1. Figur-Check machen: Führen Sie den Rippen- und Taillen-Test durch. Machen Sie vielleicht sogar ein Foto, um den Ausgangszustand festzuhalten.
  2. Ab zum Tierarzt: Lassen Sie sich beraten, legen Sie gemeinsam das Zielgewicht fest und klären Sie, welches Futter in welcher Menge jetzt das richtige ist.
  3. Plan schmieden: Legen Sie die genauen täglichen Futterrationen fest (gesunde Snacks mit einrechnen!) und planen Sie feste, aber gelenkschonende Bewegungseinheiten ein.
  4. Konsequent bleiben: Halten Sie sich an den Plan. Das bedeutet auch: keine gut gemeinten Reste vom Tisch mehr. Das ist am Anfang vielleicht hart, aber es lohnt sich.
  5. Fortschritte festhalten: Wiegen Sie Ihren Hund alle zwei Wochen, am besten immer zur gleichen Tageszeit. Wenn nötig, passen Sie den Plan in Absprache mit dem Tierarzt an.

Freuen Sie sich über jeden noch so kleinen Erfolg! Wenn Ihr Hund wieder mehr Energie hat, agiler wird und sichtlich mehr Spaß an der Bewegung hat – das ist doch die schönste Belohnung für Ihre Mühe.

Was Sie schon immer über Übergewicht beim Hund wissen wollten

Als Hundebesitzer tauchen oft dieselben Fragen auf, wenn es darum geht, dem eigenen Vierbeiner beim Abnehmen zu helfen. Hier habe ich die häufigsten für Sie zusammengefasst und beantworte sie aus meiner Praxiserfahrung.

Wie schnell darf mein Hund abnehmen?

Ganz klar: Langsam und mit Bedacht. Eine radikale Diät ist für Hunde genauso ungesund wie für uns Menschen. Als Faustregel gilt ein Gewichtsverlust von etwa 1 bis 2 % des Körpergewichts pro Woche.

Alles, was darüber hinausgeht, birgt die Gefahr, dass Ihr Hund wertvolle Muskelmasse statt Fett verliert. Denken Sie daran: Wir wollen eine nachhaltige Veränderung erreichen, keinen Jo-Jo-Effekt.

Sind Leckerlis jetzt komplett tabu?

Keine Sorge, Ihr Hund muss nicht auf alles verzichten! Der Trick liegt darin, die richtigen Belohnungen zu wählen. Kalorienbomben wie Käsewürfel oder Wurststückchen sind erst einmal gestrichen. Greifen Sie stattdessen lieber zu knackigen Karotten- oder Gurkenstücken.

Ganz wichtig: Jedes Extra muss von der täglichen Futtermenge abgezogen werden. So behalten Sie die Kontrolle über die Kalorien.

Hier ein kleiner Geheimtipp aus der Praxis: Zerbrechen Sie ein gesundes Leckerli in mehrere winzige Teile. Ihr Hund orientiert sich eher an der Häufigkeit der Belohnung als an der Größe. So fühlt es sich für ihn nach viel mehr an, ohne das Kalorienkonto zu belasten.

Reicht es nicht, einfach weniger vom normalen Futter zu geben?

Das ist eine der häufigsten Annahmen, aber sie ist mit Vorsicht zu genießen. Bei ganz leichtem Übergewicht mag eine kleine Reduzierung der Futtermenge noch funktionieren. Sobald Sie die Ration aber stärker kürzen müssen, riskieren Sie eine Mangelversorgung.

Ihr Hund bekommt dann nicht nur weniger Kalorien, sondern auch weniger lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein hochwertiges Diätfutter ist hier fast immer die bessere und sicherere Wahl. Es hat weniger Kalorien, enthält aber alle Nährstoffe, die Ihr Hund braucht, und sättigt durch einen höheren Ballaststoffanteil oft sogar besser.


Um die Gelenke Ihres Hundes während dieser anspruchsvollen Phase und auch danach bestmöglich zu schützen, haben wir bei Dr. Wuffy eine wissenschaftlich fundierte Gelenkformel entwickelt. Unsere natürlichen Inhaltsstoffe fördern die Beweglichkeit und helfen dabei, die durch das zusätzliche Gewicht strapazierten Gelenke zu stärken. Schauen Sie sich unsere besonders magenfreundliche Rezeptur doch einfach mal an: Dr. Wuffy Gelenk-Formel.

Hinterlasse einen Kommentar

90 Tage Garantie

Unsere Gelenkformel

Gelenkunterstützung für deinen Liebling